28 April 2012, 10:42
Messe in Innsbrucker Pfarre: Kein Erwachsener geht zur Kommunion
 
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Nachdem ein Pfarrer in einer Erstkommunionmesse Wiederverheiratete und unregelmäßige Kirchgänger als 'der Kommunion nicht würdig' bezeichnet hatte, blieben gleich alle anwesenden Erwachsenen der Kommunion fern

Innsbruck (kath.net) Von einem Eklat in der Pfarre Amras in Innsbruck am vergangenen Sonntag berichtet der ORF Tirol: Pfarrer Patrick Bußkamp sagte vor der Kommunionspendung in der Erstkommunionmesse, dass „Geschiedene, Wiederverheiratete und Gläubige, die nicht jeden Sonntag die Kirche besuchen“ der Kommunion nicht würdig seien. Daraufhin seien nur die Kinder zur Kommunion gegangen, alle Erwachsenen seien "demonstrativ" sitzen geblieben, wie eine über den Vorfall verärgerte anonyme Mutter dem ORF berichtete, der von einem "Boykott" gegen den Pfarrer spricht. Der Pfarrer bestätigte seine Aussagen gegenüber dem ORF, hätte aber, wie er sagt, die Kommunion niemandem verweigert.

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Wie kath.net erfahren konnte, waren diese erwachsenen Besucher der Erstkommunionmesse zum größten Teil bis ausschließlich Verwandte der Erstkommunionkinder. Die übliche Gottesdienstgemeinde, etwa 200 Gläubige, war nicht anwesend, sondern wich auf andere Gottesdienste aus, da die kleine Kirche mit den Angehörigen der Erstkommunikanten bereits vollständig besetzt war. Die Gottesdienstgemeinde der Pfarre ist dem Vernehmen nach jetzt wenig erfreut darüber, dass die in dem ORF-Beitrag zitierten Messbesucher wie die „Sprecher“ der Pfarrgemeinde wahrgenommen werden.

Raimund Schreier, Abt des Prämonstratenserstiftes Wilten, dem der Pfarrer angehört, sprach von fehlender pastoraler Sensibilität und Klugheit: „Es ist sehr unklug, bei so einer Feier das zu tun. Das habe ich auch meinem Mitbruder gesagt.“ Die Kirche müsse die andere Realität akzeptieren, ohne dass man die Dinge aber einfach laufen lasse, sondern die Menschen immer wieder aufmerksam mache. Aber wie ein Polizist aufzutreten sei fehlendes pastorales Feingefühl, sagte Schreier gegenüber dem ORF.

Von „dringendem Handlungsbedarf“ sprach der Generalvikar der Diözese Innsbruck, Jakob Bürgler. „Es muss ein klärendes Gespräch geben. Ich empfinde das Geschehene als Zuspitzung einer Frage, die schon länger besteht.“ Es gebe immer wieder Meldungen aus der Pfarre Amras, dass Leute „mit der Art des Pfarrers unzufrieden“ seien.

Foto: www.iaw.on.ca







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