17 April 2012, 12:00
'Pastoral-Lotterie' in Österreich
 
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Medial stehen nun jene am Pranger, die die (zwischen Sünder und Sünde sauber differenzierende) Lehre der Kirche zur Homosexualität konsequent vertreten" - "Tagespost" kritisiert Entscheidung von Kardinal Schönborn

Graz (kath.net)
Die Diskussion rund um einen homosexuellen Pfarrgemeinderat in der Erzdiözese Wien in der Pfarre Stützenhofen geht weiter. Die katholische Tageszeitung "Die Tagespost" übt jetzt Kritik an der Entscheidung vom Wiener Kardinal Christoph Schönborn und spricht von "Pastoral-Lotterie in Österreich" gesprochen. Stephan Baier schreibt in seinem Kommentar, dass Schönborn mit seiner "Einzelfallentscheidung" mehr Probleme geschaffen als gelöst habe. "Medial stehen nun jene am Pranger, die die (zwischen Sünder und Sünde sauber differenzierende) Lehre der Kirche zur Homosexualität konsequent vertreten. Eine säkulare Öffentlichkeit, die sich davon längst weit entfernt hat, stülpt nun genüsslich ihre Kriterien von 'liberal' und 'konservativ' über Bischöfe und Priester", beobachtet der Österreich-Korrespondent der "Tagespost". Baier kritisiert dann, dass jetzt alle im Regen stehen , die engagierten Katholiken in sogenannten "irregulären Lebensverhältnissen" seelsorglich einfühlsam nahebringen wollten, warum sie zwar immer einen Platz in der Kirche haben, nicht aber für kirchliche Ämter in Frage kommen. Für den Theologen stehe damit fest, dass durch diese Schönborn-Entscheidung der Rechtsunsicherheit die Türe geöffnet werden. "Wenn sie sichergehen wollen, dass ihnen ihr Chef nicht öffentlich in den Rücken fällt, können Pfarrer ihre schwierigen Fälle künftig nur mehr zum Bischof schicken.", schreibt Baier weiters. Neue Verunsicherung bestehe aber auch für die in "irregulären Verhältnissen" lebenden Gläubigen, da Schönborn seine Einzelfallentscheidung damit begründet habe, dass der junge Mann ihn so beindruckt habe. "Was ist mit jenen, die in der gleichen Situation sind, aber weniger sympathisch wirken?", fragt Baier abschließend.

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