16 April 2012, 22:34
Hospiz Stiftung kritisiert Domian wegen Ja zu Sterbehilfe
 
Hildegard13
 
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Brysch warnte vor der «Vision einer schönen, neuen Welt, in der vermeintlich selbstbestimmte Tötungen zum Alltag gehören». In Wirklichkeit gerieten Alte und Kranke bei Legalisierung der Sterbehilfe unter massiven Druck.

Bonn (kath.net/KNA) Die Deutsche Hospiz Stiftung hat den WDR-Moderator und Buchautor Jürgen Domian wegen seiner Forderung nach Legalisierung der Sterbehilfe kritisiert. Die Zulassung aktiver Sterbehilfe oder der ärztlichen Beihilfe zum Suizid habe mit der Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen nichts zu tun, sagte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Domian, der in der vergangenen Woche ein Buch «Interview mit dem Tod» veröffentlicht hatte, hatte in mehreren Interviews erklärt: «Sterbehilfe muss legalisiert werden. Es wäre schon ein großer Fortschritt, sofern der assistierte Suizid erlaubt werden würde - wie in der Schweiz.»

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Brysch warnte vor der «Vision einer schönen, neuen Welt, in der vermeintlich selbstbestimmte Tötungen zum Alltag gehören». In Wirklichkeit gerieten Alte und Kranke bei Legalisierung der Sterbehilfe unter massiven Druck. «Aus ihrem Recht auf Tötung wird die Pflicht zum Sterben.» Selbsttötung werde dann zum «einzigen Ausweg aus Unterversorgung, Einsamkeit und Angst».

Brysch forderte eine Stärkung von Palliativmedizin und Hospizbewegung. «Anstatt nach Ärzten zu rufen, die als Sterbehelfer fungieren, sollte die Gesellschaft die Mediziner dazu verpflichten, die palliativen Angebote nicht nur in den Hospizen und Palliativstationen zu installieren, sondern insbesondere in deutschen Pflegeheimen.» Damit könne den Ängsten der Menschen entgegengewirkt werden.

Domian diskutiert am Montagabend in der WDR-Talk-Sendung «hart aber fair» mit der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, dem Musikmanager Thomas Stein, dem Sportmoderator und Freund des demenzkranken Rudi Assauer, Werner Hansch, sowie dem Palliativmediziner Matthias Thöns über «Die letzte Aufgabe - Mensch bleiben am Ende des Lebens».

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