13 April 2012, 18:21
Weihbischof Jaschke: Massenhafte Koranverteilung weckt Aggressionen
 
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Der Hamburger katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat die massenhafte Koranverteilung durch Salafisten scharf verurteilt. "Solche Aktionen stören den Religionsfrieden."

Hamburg (kath.net/KNA) Der Hamburger katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat die massenhafte Koranverteilung durch Salafisten scharf verurteilt. «Solche Aktionen stören den Religionsfrieden. Sie wecken Aggressivität und schüren Misstrauen», sagte der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog mit den Muslimen am Freitag in Hamburg auf Anfrage. Aufgrund der Religionsfreiheit könne jeder Mensch seinen Glauben bekennen, solange er andere nicht störe. «Aber wenn die Öffentlichkeit auf einmal überschüttet wird mit einer Millionenauflage des Korans, weckt das Ängste», unterstrich der Bischof.

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Zudem stelle sich die Frage, wer die Millionenbeträge für die Kampagne finanziere. Die radikal-islamische Gruppierung der Salafisten sei dafür bekannt, dass sie die Menschen eher religiös anstachele und sogar Gewalt im Namen des Islam ausübe, sagte Jaschke. «Von daher ist es völlig eindeutig, dass wir so etwas nicht gut heißen können. Ich glaube auch, dass sich alle vernünftigen Muslime in Deutschland davon distanzieren», sagte der Weihbischof.

Die Christen rief Jaschke zur Gelassenheit und der Fortsetzung des Dialogs mit den Muslimen auf. «Wir schätzen die Muslime, wir achten den Koran als ihre Heilige Schrift, wir achten jeden Gläubigen, aber religiöse Propaganda, die mit Gewalttätigkeit auftritt, darf uns nicht dazu verleiten, dass wir in irgendeiner Weise zurückschlagen wollen», hob der Weihbischof hervor. Gegenaktionen wie etwa die massenhafte Verteilung von Bibeln seien völlig unangemessen.

Jaschke hält die Kampagne nicht für erfolgversprechend für die Salafisten. «Ich glaube auch nicht, dass viele Menschen das zum Anlass nehmen, den Koran zu lesen und sich religiös anrühren zu lassen.» Auch beängstige ihn die Aktion nicht, sagte Jaschke. «Aber sie zeigt noch einmal, dass das Mühen um den Dialog der Religionen immer neu beginnen muss. Es passt nicht in ein dialogisches Verhältnis zwischen Muslimen und Christen, dass eine Seite mit so einer Gewalttätigkeit auftrumpft. Was wäre los, wenn wir etwa in Saudi-Arabien oder im Iran massenhaft Bibeln verteilen würden? Das tut man nicht! Auch aus Respekt den anderen Menschen gegenüber», so der katholische Bischof.


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