13 April 2012, 10:32
Koranverteilaktion: Wie viele Deutsche wechseln zum Islam?
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Islam'
Kritik: Salafisten „wollen Westen missionieren – das widerspricht dem Koran“

Soest/Köln/Bremen/Ulm (kath.net/idea) Die kostenlose Koranverteilung durch radikal-islamische Salafisten in deutschen Großstädten stößt bei gemäßigten Muslimen auf Kritik. Einer ihrer führenden Vertreter in Deutschland – der Leiter des Zentral-Instituts-Islam-Archiv-Deutschland, Salim Abdullah (Soest) – sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage, die vom Verfassungsschutz als gefährlich eingestufte Gruppierung verkünde einen „antiwestlichen Kurs“. Ihr Ziel sei es, dass der Islam überall herrsche. Abdullah: „Sie wollen den Westen missionieren. Doch das widerspricht dem Koran, denn der Koran verbietet Mission.“ Er bezweifle aber, dass durch die groß angelegte Aktion, im deutschsprachigen Europa 25 Millionen Koran-Exemplare zu verteilen, deutlich mehr Menschen zum Islam konvertieren. Schätzungen zufolge würden in Deutschland jedes Jahr rund 4.000 Bürger durch Übertritt Muslime. Während in der Vergangenheit vor allem Frauen zum Islam gewechselt seien, nachdem sie einen Muslim geheiratet hätten, würden zunehmend geschäftliche Gründe wichtiger, erklärte Abdullah. So sei es für ein Unternehmen einfacher, große Aufträge in Saudi-Arabien zu bekommen, wenn Mitarbeiter aus der Führungsetage Muslime seien. Der Glaubenswechsel sei damit mittlerweile ein Instrument, um an lukrative Aufträge zu kommen.

Werbung
christenverfolgung


Der Koran ist kein Flugblatt

Kritik an der Koranverteilaktion kommt auch vom Zentralrat der Muslime. Deren Vorsitzender Ayman Mazyek (Aachen) sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur, der Koran sei „kein PR-Flyer oder Flugblatt, den man als Massenware verteilt“. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat (Berlin), erklärte gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“, es sei zwar nicht verboten, Koranexemplare zu verteilen. Die Frage sei jedoch, ob die Salafisten aggressiv aufträten und die Menschen mit diesen Aktionen störten. Er halte es jetzt für wichtig, weltlich orientierte Kräfte zu stärken: „Man muss die Muslime mitnehmen, um zu vermeiden, dass sie Kontakte zu Extremisten knüpfen.“

CDU-Politikerin: Kirchen sollen mehr für ihren Glauben werben

In Bremen stößt die Koranverteilaktion auf Kritik aus der CDU. Die kirchenpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Bremen (EAK), Elisabeth Motschmann, forderte die Kirchen auf, mehr für ihre Werte zu werben. Die Kirchen engagierten sich zu wenig für ihren Glauben. Die Bremische Evangelische Kirche verwies auf die Pflicht der Behörden, dafür zu sorgen, dass kein extremistisches Gedankengut verbreitet werde. Die Innenbehörde der Hansestadt will die Verteilaktion im Blick darauf beobachten, ob Salafisten versuchen, Interessenten zu werben.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

286-PS-Autos für die Limburger Bischöfe (109)

Kardinal Pell bleibt weiter in Haft (71)

Das Sexleben sollte in der Ehe Priorität haben (32)

„Das also ist die Toleranz von Vertreterinnen von ‚Maria 2.0‘!“ (31)

Causa Pell bleibt weiterhin rätselhaft (30)

„Was wir von Forst lernen können“ (26)

Klimawandel auch in der Kirche? (23)

Konflikt um Institut Johannes Paul II. eskaliert weiter (21)

Eucharistischer Segen für ungeborene Kinder? (18)

Erzbischof Paglia und die Zerstörung des Instituts Johannes Pauls II. (16)

Mädchen wollte in Knabenchor: Klage abgelehnt (16)

Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt (14)

Australische Pfarrerin: Abtreibung kann ‚moralisch gut’ sein (14)

Pell-Nachfolger in Melbourne: schwierige Wahrheitssuche (14)

Raus mit denen, aber hurtig? (13)