05 April 2012, 08:44
Kärntner Caritas-Expertin warnt vor generellem Bordellverbot
 
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Sr. Silke Mallmann: In Bordellen kann zumindest teilweise kontrolliert werden - Bei völligem Verbot geht Rotlichtszene in den Untergrund und dann "gibt es gar keine Kontrollen mehr"

Klagenfurt (kath.net/KAP) Gegen ein generelles Verbot von Prostitution, aber für Verschärfungen im Sinne des Opferschutzes und einem Mindestalter von 21 Jahren für Prostituierte hat sich die Kärntner Caritas-Mitarbeiterin, Sr. Silke Mallmann (Foto), ausgesprochen. "In Bordellen ist sicher nicht alles in Ordnung. Nur kann man dort Dinge, die nicht in Ordnung sind, auch entdecken", sagte die Angehörige der "Missionsschwestern vom Kostbaren Blut" im Interview mit der "Austria Presse Agentur" (APA) am Dienstag. "Wenn Prostitution ganz verboten ist - wie in Schweden - geht die Rotlichtszene in den Untergrund. Und am Straßenstrich und in der Wohnungsprostitution gibt es gar keine Kontrollen mehr."

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In Bordellen hätten Opferschutzorganisationen derzeit wenigstens teilweise Zugang und auch die Polizei könne dort Überprüfungen anstellen. "Wenn die Frauen grün und blau geschlagen in einer Wohnung eingesperrt sind, da geht gar nichts mehr. Das bekommen wir erst mit, wenn ein Ring auffliegt", erklärte Sr. Mallmann, die auch eine Beratungsstelle für Sexarbeit und Opfer von Menschenhandel leitet.

Sr. Mallmann schätzt den Anteil der tatsächlich freiwillig in der Prostitution tätigen Frauen auf "drei bis fünf Prozent". Der Großteil der Frauen bleibe wegen ökonomischen Drucks in der Szene. Sie seien einmal dem Menschenhandel zum Opfer gefallen und sagten sich nun: "Von dem, was ich verdiene, leben meine Kinder, meine Familie zu Hause."

Mallmann: "Bis eine von diesen Frauen sagt, sie sei gehandelt worden, muss einiges passieren. Sich das selbst einzugestehen, ist auch aus einem gewissen Selbstschutz heraus hart."

Problematisch sind laut der Ordensfrau u. a. die Dumpingpreise im Gewerbe: Bei Werbungen wie "Aktionswochen" werde die Menschenwürde mit Füßen getreten, so Mallmann im APA-Interview. Weiters seien Bordelle mit 70 Frauen und mehr nur schwer kontrollierbar. Hier sei eine Obergrenze von 15 Frauen pro Einrichtung wünschenswert.

Diskussion um Prostitutionsgesetz

In Kärnten wird derzeit ein neues Prostitutionsgesetz diskutiert. Mallmann erhofft sich davon eine Verschärfung im Sinne des Opferschutzes: Neben der Anhebung des Mindestalters für Prostituierte sollte laut der Caritas-Mitarbeiterin Opferschutzorganisationen jedenfalls der Zugang zu Bordellen garantiert werden.

Die Diskussion war zuletzt durch die bekanntgewordene Geschichte einer 15-jährigen Rumänin angefacht worden: Das Mädchen war in einem Klagenfurter Bordell zur Prostitution gezwungen worden und konnte in der Vorwoche von der Polizei befreit werden.

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