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'Nach reiflicher Überlegung'

27. März 2012 in Deutschland, 21 Lesermeinungen
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Andreas Tapken, bis 2011 Regens des Bischöflichen Priesterseminars Borromaeum in Münster, wird seinen priesterlichen Dienst aufgeben.


Münster (kath.net)
Andreas Tapken, bis 2011 Regens des Bischöflichen Priesterseminars Borromaeum in Münster, wird seinen priesterlichen Dienst aufgeben. Der 46-jährige promovierte Psychologe und Theologe habe Bischof Felix Genn „nach reiflicher Überlegung um Entpflichtung von seinen priesterlichen Aufgaben gebeten“, teilte die Bischöfliche Pressestelle am Dienstag mit. Der Bischof habe dem Wunsch des Geistlichen „mit Bedauern“ entsprochen und zugleich seine Wertschätzung und seinen Dank für die vielfältigen Dienste im Bistum Münster zum Ausdruck gebracht. Andreas Tapken stammt aus Visbek im Oldenburger Land und hatte Pfingsten 1992 die Priesterweihe empfangen. In den neunziger Jahren studierte er in Rom und Chicago Psychologie. 2001 wurde er Professor für Psychologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. 2004 berief ihn Bischof Reinhard Lettmann zum Leiter des Priesterseminars in seinem Heimatbistum. Viele Jahre gehörte er auch dem Priesterrat der Diözese an. Zuletzt war Tapken Subsidiar in St. Marien und St. Pankratius in Emsdetten. Gründe, warum Tapken das Priestertum aufgeben möchte, teilte das Bistum allerdings nicht mit.



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Lesermeinungen

 Magnificat 2. April 2012 
 

Respekt

Ohne jede Häme - ich habe gro0en espekt vor Tapkens Entscheidung, das Presteramt aufzugeben.
Allerdings frage ich mich, ob nun auch konsequenter Weise die Entscheidungen, die Herr Tapken als Regens getroffen hat, überprüft werden.
Wenn Herr Tapken sich offenbar bei seiner eigenen Berufung geirrt hat, liegt es doch auf der Hand, dass er sich bei der Beurteilung anderer auch nicht so sicher gwesen sein kann. Oder liege ich damit völlig falsch ?


0
 
 scopos 28. März 2012 
 

Zur reiflichen Überlegung genügt die Abwägung von Pros & Cons

Eine Überlegung mit Reife verlangt hingegen Authentizität. Zuweilen wird diese recht deterministisch verstanden, als Übereinstimmung mit dem, was an Anlagen grundgelegt, an Empfindungen vorhanden etc. oder an Überzeugungen aufgrund von Erkenntnissen zugewachsen ist.
Enden Ehen/Freundschaften stellt sich die Frage, ob dies je mit Liebe zu tun hatte, denn im christlSinn zeichnet sich diese durch Beständigkeit aus und hat daher mit dem Willen zu tun, d.h. mit Freiheit und Verantwortung. Liebe unterliegt also keiner Veränderung aufgrund neuer Erkenntnis oder natürl. Gegebenheiten, wie wohl beides gerne als Grund für das Ende einer Beziehung angeführt wird. Bei einem Priester ist diese Liebe willentlich an Christus gebunden und konkretisiert sich derart, wie Jesus den Menschen begegnete und zugetan war. Wer zudem andere zu diesem priesterlichen Bund Rat gegeben und sie intensiv begleitet hat, hat diese Entscheidung hoffentlich nicht nur nach reiflicher Überlegung, sondern mit Reife gemach


1
 
 Dismas 28. März 2012 

Sehr bedauerlich.

Einerseits, besser er geht, wenn er seine Berufung nicht mehr erkennt.Das ist ehrlich und zu respektieren. Ich nehme mal an, dass er alles (z.B. Exerzitien usw) getan hat um das Preistertum weiter zu leben. Andererseits frage ich mich er war ja nicht irgendwo Preister sondern Regens!! So gesehen also eine völlige Fehlbesetzung, wie konnte er die besondere Gnandenhaftigkeit eines ganz an CHRISTUS sich hingebenden Priestertums denn nur annäherungsweise den Kandidaten vermitteln??
An alle: WIR beten ZUWENIG für unsere Preister!!!


5
 
 Lolek 28. März 2012 
 

@Claudia Caecilia

Wo erkennen Sie in meinem Beitrag eine Unterstellung?
Es war nur ein Hinweis.
Also Vorsicht, bitte. Vor Inbetriebname der Tastatur das Gehirn einschalten.


2
 
 Claudia Caecilia 27. März 2012 
 

@Rufus1980

Schade, jetzt werden Sie ziemlich niveaulos. Lesen sollten Sie auch nochmal genauer, denn ich habe geschrieben, dass ich A.Tapken mag, also ganz sicher keine Antipathie habe. Ich kenne ihn tatsächlich, aber das geht Sie wirklich nichts an.
Verstehen muß man vermutlich Ihre merkwürdigen Gedankengänge nicht. Was hat das mit Authentizität zu tun, wenn man \"das Handtuch wirft\"? Das Leben ist immer wieder ein Kampf, aber es geht um Treue und für die bekommt man auch, im Vertrauen auf Gott, Kraft. Alle, die sich ganz an Gott gebunden haben, aber natürlich auch Eheleute, kennen diese Zeiten. Authentisch lebe ich, wenn ich mir eingestehe, dass ich kämpfen muß, ich aber weiterhin mein \"Ideal\" nicht aus dem Auge verliere. Es gibt die \"Sternstunden\" im Leben, alles fällt leicht, aber überwiegend ist es nunmal anders und dann kommt es auf die TREUE an.


7
 
 Martyria 27. März 2012 

Frech zu werden

und verbale Tiefschläge unsachlicher Art auszuteilen ist nun wirklich kein adäquater Kommunikationsstil,
@Rufus1980.

Und das in der vorösterlichen Bußzeit, in der man auch mit Worten fasten könnte ...


3
 
 Rufus1980 27. März 2012 
 

Liebe Claudia

Ich meinte Authentizität! Das sind Priester, die wir brauchen, die authentisch ist. Der Herr Tapken hat sich wohl seiner Authentizität verpflichtet gefühlt und die richtige Entscheidung getroffen. Masse machts nicht, man muss mit ganzem Herzen dabei sein! Woher wollen Sie überhaupt den Regens so genau kennen, haben Sie sich etwa als Priesterin beworben und er hat sie abgelehnt, daher die Antipathien?


4
 
 Claudia Caecilia 27. März 2012 
 

@Lolek

Was wollen Sie mit diesem Hinweis ausdrücken?
Bitte unterstellen Sie anderen Menschen nichts.
Ich war über den Beitrag nicht erstaunt, denn ich habe unzählige Predigten von A. Tapken anhören müssen. Ich mag ihn, aber für mich ist er nicht so der große Verlust als Priester. Für mich bleibt die Frage, warum er Regens des Borromaeum war, aber unser Bischof Felix hat nunmal ein schweres Erbe antreten müssen...
Liturgisch war er übrigens z.T. auch sehr \"kerativ\".
Verstehen kann ich grundsätzlich nicht die Möglichkeit des \"Entpfichtens von priesterlichen Aufgaben\". Geht das beim Ehesakrament auch? (Ironie)


7
 
 Heinzi 27. März 2012 

@Rufus

Nein, ich werde nicht mehr preisgeben! Natürlich können Sie eine Gegenbehauptung aufstellen. Wenn diese von HErzen kommt und ehrlich gemeint ist - gerne. Meine ist Ehrlich gemeint und ich spreche gewissermaßen aus Erfahrung. Deshalb laß ich es so stehen.

Zur Berufung: Klar kann man sich nie sicher sein! Das kann man auch in der Ehe nicht. Wenn ich aber JA sage, dann auch in guten und schlechten Zeiten. Ansonsten können wir ja gleich damit anfangen das man \"Priester auf Zeit\" wird oder \"Ehe auf Zeit\" probiert. So gehts nicht. Der Satz \"Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks\" sollte für jemanden der sich für diesen Weg entscheidet schon ernst genommen werden.


5
 
 Rufus1980 27. März 2012 
 

nochmal Heinzi

Sie scheinen aus Erfahrung zu sprechen. Jetzt müssen sie ihre Behauptung auch begründen sonst stelle ich auch eine auf, nämlich: Wenn Sie wüßten wieviele junge Männer wegen dieses Regens, ihrem Berufungsweg folgen konnten, würden Sie anders sprechen! So geht das doch nicht...


3
 
 Rufus1980 27. März 2012 
 

@angemerkt

Ich verstehe den Sinn ihres Beitrages nicht, bitte erläutern sie mir ihn, oder einfach ihr Priester- oder Berufungsbild.


2
 
 Rufus1980 27. März 2012 
 

Reaktion auf Heinzi

Lieber Heinzi,
es gibt also Berufung und keine Berufung, wie es in Ihrer Aussage deutlich wird. Kennen Sie irgendwelche Priester, die mit Sicherheit wüssten, dass sie eine Berufung haben? Ist es nicht gerade das Leben eines Christen, seine Berufung, d.h. seinen Platz in der Herde Christi (zur Verdeutlichung: ich meine die Kirche, kann ja sein, dass manche User Metaphern missverstehen oder nicht verstehen) zu finden? Eine Berufung ist auch nicht einfach so abgeschlossen, wie es ihr Beitrag intendiert, die Suche danach ist auch nach der Priesterweihe nicht abgeschlossen. Letzten Endes kann niemand mit Sicherheit sagen, seine Berufung zu 100% zu leben, man muss es halt glauben, das ist für mich der Sinn einer Berufung. Wenn man zu einem entgegengesetzten Entschluss kommt, auch im Leben eines Priesters, dass es nicht sein Weg der Nachfolge ist, dann ist es nur konsequent, darüber nachzudenken, ins Gebet zu kommen und letzten Endes die richtige Entscheidung zu treffen (durchstehen, abschi


2
 
 Lolek 27. März 2012 
 

Keine Gründe

http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=22331

Ein aufklärendes Interview von Dezember 2010.


1
 
 Calimero 27. März 2012 
 

@ Heinzi

\" ... aber in diesem Fall jauchze ich ein \"Gott sei Dank\"\"
Warum?
Wissen Sie mehr als im Text steht?


1
 
 landpfarrer 27. März 2012 
 

Häufung von Fällen

Interessant ist, dass im Bistum Münster innerhalb von etwa 20 Jahren mehrere Priester, die an verantwortlicher Stelle in der Ausbildung von Priesteramtskandidaten zu tun hatten, ihren priesterlichen Dienst aufgegeben haben: U.a. ein Regens (Direktor des Theologenkonviktes) -allerdings erst nachdem er bereits an anderer Stelle tätig war-, ein Subdirektor des Theologenkonviktes und ein Leiter der Diözesanstelle für Geistliche Berufe.


5
 
 Martyria 27. März 2012 

Zeitgeist

Dieser Priester ist ein Kind unserer Zeit: Wenn ich\'s in einem \"Job\" nicht mehr aushalte, wenn meine Beziehung zu stressig wird, wenn ich Anforderungen nicht mehr erfüllen kann oder will, dann gehe ich eben. Herrn Tapken kann und will ich nichts unterstellen und hoffe, dass er seine Entscheidung im Gebet getroffen hat und nicht nur \"nach reiflicher Überlegung\".

Ich will nicht einem Fatalismus oder Kadavergehorsam das Wort reden, aber Durchhaltevermögen, Anstrengung, Konzentration, Ausdauer und Standhaftigkeit sind unserer Zeit Kinder nicht. \'S wird Zeit, dass ein frischer Wind das wieder bringt.


4
 
 angemerkt : 27. März 2012 

Priestervorbild

@Rufus 1980
\"Solche Priester benötigt die Kirche\"
Diesen Satz muss man auf der Zunge
zergehen lassen! Bei soviel \"Weisheit\"
fehlen mir die Worte!


10
 
 Rufus1980 27. März 2012 
 

Schade

Es ist immer schade für einen Bischof oder eine Diözese, wenn man einen Priester verliert. Ich habe tiefsten Respekt vor dieser Entscheidung, die im Gebet vor Gott und vor seinem Gewissen getroffen wurde. Ja, solche Priester benötigt die Kirche, ein Beispiel, das an Authentizität nicht zu überbieten ist. Ich hoffe, er hat dies auch seinen Seminaristen gelehrt, so zu handeln, denn nichts ist schlimmer, als ein Priester, der sich darüber im Klaren ist, dass das Priestertum kein Weg mehr in seinem Leben ist, so jemand ist nur mit halbem Herzen dabei. Priester sollte man mit ganzem Herzen sein. Wenn er das erkannt hat, dann finde ich die Entscheidung richtig. Noch einmal: Respekt vor dieser Entscheidung, auch wenn es natürlich schade ist. Ich wünsche Ihm alles Gute!


4
 
 Seinsheim 27. März 2012 
 

Nach wechen Kriterien wird jemand eigentlich zum Regens berufen?

Ich kann die Zustände im Münsteraner Priesterseminar nicht beurteilen und kenne auch Herrn Tapken nicht. Jedoch finde ich es bemerkenswert, dass Menschen, die in ihrem Priestertum offenbar nicht fest verwurzelt sind, mit der spirituellen Ausbildung von angehenden Priestern betraut werden und dass sie maßgeblich mitentscheiden dürfen, wer die Missio erhält und wer nicht. In Freiburg hatten wir einen Regens, der tiefgläubigen Seminaristen, die hervorragende Pfarrer geworden wären, die Weihe verweigert hat mit der Begründung, sie lebten in einer Parallelwelt. Später hat er sich dann zu seiner Lebensgefährtin bekannt und hat das Priestertum aufgegeben. Irgendwie gibt es da doch einen ganz groben Systemfehler! Letztlich wird die Krise der Kirche so lange andauern, wie es schlecht ausgebildete Priester gibt. Und schlechte Priester wird es so lange geben, wie Theologieprofessoren oder ein Regens nach Kriterien wie Angepasstheit, Weltoffenheit oder Modernität ernannt werden.


9
 
 Heinzi 27. März 2012 

Gott sei Dank....

Es tut mir leid das eine Berufung so scheitert, aber in diesem Fall jauchze ich ein \"Gott sei Dank\"
Alles gute für Ihren zukünftigen Dienst!


5
 
 Veritatis Splendor 27. März 2012 

Quelle und Höhepunkt der priesterlichen Liebe = Eucharistie

Tapken: \"Was erwarten sich die Menschen heute von einem Priester? Was suchen sie bei ihm? Hier könnten zahlreiche Qualitäten genannt werden: Manche suchen einen Sakramentenspender, einen der überzeugend von Gott spricht oder die kirchliche Verwaltung im Griff hat. Doch ich bin überzeugt, dass der tiefste Wunsch im Herzen des Menschen, jedes Menschen, ist geliebt zu werden und lieben zu können. Ich würde hinzufügen wollen: Er will eine Liebe finden, die ihm den Himmel öffnet, die die Ewigkeit atmet, die ihn das Geheimnis Gottes erspüren lässt. Für mich ist der Priester ein Mensch, der diese Liebe lebt, der in sich jene universale Liebe realisiert, die Jesus als erster vorgelebt hat. Der Priester ist dann in der Welt Zeuge dieser Liebe, wenn er versucht, wie Jesus zu lieben und wie Jesus ein weites Herz zu haben.\"
-
\"Wie Jesus zu lieben\" geht auf Dauer nur, wenn man auch Jesus selber, ohne jeglichen sozialen Zweckoptimismus, rein um seiner Person und Gottheit wegen liebt


7
 

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