26 März 2012, 11:36
Kubas Straßen wurden von Dissidenten und Bettlern 'gesäubert'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Kuba'
IGFM-Sprecher: „Bettler, die es angeblich in Kuba seit langem nicht mehr gibt, sind dem Regime vor den Augen des Papstes offenbar peinlich“ - Als Vorkehrung für den Papstbesuch als 70 Regimegegner und 100 Bettler verhaftet
Havanna/Frankfurt

Havanna/Frankfurt am Main (kath.net/IFGM) Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurden am vergangenen Wochenende in Havanna und Santiago de Cuba ca. 70 Regimegegner, darunter 15 Mitglieder der Bürgerrechtsorganisation „Damen in Weiß“, und 100 Bettler verhaftet. Die kubanische Regierung hat damit die letzen Vorkehrungen für den heutigen Papstbesuch getroffen und die Straßen der Städte Havanna und Santiago de Cuba „gesäubert“. Die Verhaftung der Bettler kritisiert die IGFM als „massive Verletzung der Menschenrechte und unmenschlichen Angriff auf völlig Hilflose durch ein Regimes, das sich mehr um sein Image als um die eigene Bevölkerung kümmert“.

Werbung
KiNAT onlinekapelle

Während die verhafteten Bürgerrechtler zum Teil wieder aus der Haft entlassen sind, brachten Polizisten die Bettler in ein „Auffanglager“ nahe des Flughafens José Martí. Dort werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach erst nach Ende des Papstbesuches wieder entlassen, so die IGFM. „Bettler, die es angeblich in Kuba seit langem nicht mehr gibt, sind dem Regime vor den Augen des Papstes offenbar peinlich“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Anwesenheit der internationalen Presse vorteilhaft für „Damen in Weiß“

Wie die IGFM weiter berichtet, besuchten gestern etwa 35 „Damen in Weiß“ die Messe in der Walfahrtskirche Santa Rita de Casia und marschierten danach durch Havannas Straßen, um die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern. Die Anwesenheit der etwa 100 ausländischen Journalisten wirkte sich offensichtlich positiv auf den Protestmarsch aus, zum ersten Mal seit Wochen unternahm die Regierung keinen ernsthaften Versuch, den Protestmarsch aufzuhalten. In Santiago de Cuba wurden indessen 25 „Damen in Weiß“ davon abgehalten, die Kirche zu besuchen, einige wurden inhaftiert.

Berta Soler, Sprecherin der Bürgerrechtlerinnen, erklärte, die „Damen in Weiß“ würden am kommenden Mittwoch an der Papstmesse in Havanna teilnehmen. „Niemand kann uns vorschreiben, wer an einer Messe teilnehmen und Gott nahe sein darf“, so Berta Soler. Die Messe auf der “Plaza de la Revolución” sei aber heilig und müsse respektiert werden. „Man geht zur Kirche, um zu beten…nicht um Politik zu machen“, so Soler weiter. Sie selbst habe die Mitglieder der „Damen in Weiß“ ausdrücklich dazu aufgefordert, während der Messe keine Parolen zu rufen.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Wiener Pastoraltheologin Klaiber "Geh scheißen, Du weißer Kerl!" (52)

Erzbischof Viganò: 'Homo-Mafia' verhindert Missbrauchs-Aufarbeitung (46)

Malteser-Orden lässt 'Alte Messe' verbieten (40)

"Die Unvereinbarkeit der Sichtweisen macht mich auch ratlos " (38)

Verweltlicht und politisiert! (34)

Schönborn: Öffnung des Priesteramtes löst nicht alle Probleme (30)

Papst fordert Loyalität von seinen Diplomaten (25)

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Nacktselfie-Bischof (25)

Als 10.000 Menschen für Sebastian Kurz beteten (21)

Wiener Theologe Tück: Papst Franziskus spricht zu oft vom Teufel (19)

Gebet kann Dinge verändern! (19)

„Kirche in unserer Zeit erlebt eine der größten geistigen Epidemien“ (18)

Deutsches Bistum Münster auf dem Weg ins Schisma? (18)

Traditionsorientierter Schwesternorden de facto aufgelöst (16)

Hilflos vor den Erfolgen der Grünen (16)