26 März 2012, 08:44
Syrien: Christen im Homs zunehmend unter Druck
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Naher Osten'
Kirche spricht von „ethnischen Säuberungen“ durch militante Islamisten – Berichten zufolge seien etwa 90 Prozent der Christen bereits vertrieben.

Homs/Washington (kath.net/idea) In der umkämpften syrischen Stadt Homs geraten Christen zunehmend unter Druck. Einem Bericht der „Christian Post“ (Washington) zufolge haben militante Islamisten einen Großteil der Christen bereits aus der Stadt vertrieben. Vertreter der syrisch-orthodoxen Kirche, die rund 60 Prozent der Christen im Land repräsentiert, sprechen sogar von „anhaltenden ethnischen Säuberungen“.

Werbung
ninive 4


Verantwortlich dafür sei die radikal-islamische „al-Faruk-Brigade“, die auch Kontakte zum Terrornetzwerk al-Quaida unterhalte. Ihre Mitglieder hätten schätzungsweise bereits 90 Prozent der Christen aus Homs vertrieben. Sie seien von Haus zu Haus gezogen und hätten Christen gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen. Auch in anderen Städten gerate die christliche Minderheit zunehmend zwischen die Fronten von Machthaber Baschar al-Assad, der Opposition und radikalen islamischen Gruppierungen, die ebenfalls nach der Macht streben.

So sei erst vor einer Woche in Aleppo in der Nähe einer christlichen Schule eine Autobombe explodiert. Wie durch ein Wunder sei dabei aber kein Kind verletzt worden. Ein Lehrer hatte die Schüler 15 Minuten früher als sonst üblich gehen lassen. Auch in Damaskus habe es in den vergangenen Tagen immer wieder Explosionen gegeben. Ein Kirchenvertreter wird mit den Worten zitiert: „Das sind schlechte Zeichen für religiöse Minderheiten.“ Dennoch sei er zuversichtlich, dass Frieden in das Land zurückkehren können. Christen sollten ausdauernd dafür beten.

Die syrischen Christen sind in einer Zwickmühle gefangen. Einerseits wünschen auch sie demokratische Reformen; andererseits genossen sie relative Sicherheit unter dem seit 1963 herrschenden Assad-Regime. Ferner fürchten sie, dass ihre Lage wie in anderen Ländern des Arabischen Frühlings noch schwieriger werden könnte, wenn islamische Extremisten mehr Macht bekommen. Von den 22,5 Millionen Einwohnern Syriens sind 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen; davon sind jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung besteht aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Papst Franziskus lehnt pastorale Handreichung der DBK ab! (101)

„Tagespost“: 2018 könnte für den Papst das „verflixte Jahr“ werden (81)

'Kein Christ wird Bomben und Raketen gedankenlos bejubeln. Aber... ' (41)

Kardinal Marx fordert „Denken im Horizont der Gegenwart“ (41)

Keine einsame Romreise für Kardinal Marx - Woelki und Genn kommen mit (38)

Liturgischer Missbrauch bei der Eucharistie (37)

Der Skandal von Altomünster (29)

Bischof Ackermann greift die sieben Bischöfe an (27)

Diözese Linz: Trauner Pfarre hat kein Problem mit Islam-Fundis (26)

Papst löst Priesterbruderschaft der heiligen Apostel auf (25)

BDKJ Köln: „Woelki sieht unsere Arbeit sehr kritisch“ (25)

Evangelisierung – von Situationen ausgehen, nicht von ‚Theorien’ (22)

Religionsunterricht vernebelt den Glauben (20)

Kloster Altomünster: „Es ist nicht wahr...“ (17)

Benedikt XVI. feiert 91. Geburtstag in kleinem Kreis (15)