20 März 2012, 13:45
Vatikan tadelt Umgang irischer Bischöfe mit Missbrauch
 
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Der Vatikan wirft der katholischen Kirche in Irland schwerwiegende Mängel bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs vor.

Vatikanstadt/Dublin (kath.net/KNA) Der Vatikan wirft der katholischen Kirche in Irland schwerwiegende Mängel bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs vor. Zugleich würdigte die von Papst Benedikt XVI. eingesetzte Ermittlungskommission die jüngsten Bemühungen der irischen Bischöfe um die Opfer. Eine Zusammenfassung des Untersuchungsberichts wurde am Dienstag vom Vatikan veröffentlicht. Demnach hatten Bischöfe und Ordensobere in der Vergangenheit teils «unangemessen» reagiert. Oft seien die Zuständigen ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Für diese Verfehlungen müsse die Kirche Gott und die Opfer abermals um Vergebung bitten.

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Irlands Primas Sean Brady begrüßte das Ergebnis der Ermittlungen. «Wir Bischöfe haben Anteil an dem 'Gefühl einer großen Schande und großen Schmerzes', das in dem Bericht zum Ausdruck kommt», sagte der Kardinal und Erzbischof von Armagh am Dienstag vor Journalisten. Der Bericht mache die Arbeit des Nationalen Amtes für Kinderschutz in der katholischen Kirche in Irland nicht überflüssig, sondern ergänze sie. Die Untersuchungen lieferten eine «hilfreiche Momentaufnahme des andauernden Prozesses der Erneuerung und einen Wegweiser für künftige Prioritäten». Im Namen der Bischöfe bat Brady «um Vergebung für diese schlimmen Sünden und Verbrechen».

Seit Ende 2010 hatten fünf Bischöfe und Kardinäle im Auftrag des Papstes den Missbrauchskandal in der irischen Kirche untersucht. Die Ermittlungskommission besuchte die vier Erzbistümer des Landes sowie Ordenseinrichtungen und Priesterseminare. Dabei sprachen die Visitatoren auch mit Missbrauchsopfern.

Bischöfe in Irland hätten dem Thema Missbrauch seit den 90er Jahren größere Aufmerksamkeit gewidmet, erklärte der Vatikan. Inzwischen erhielten die Opfer geistliche und psychologische Hilfe von der Kirche sowie rechtliche und finanzielle Unterstützung. Die irischen Bischöfe hätten versichert, alle neu bekanntwerdenden Missbrauchsfälle sofort an staatliche Behörden und an die römische Glaubenskongregation zu melden. Diese ist für die kircheninterne Strafverfolgung zuständig.

Die Richtlinien des Nationalen Amtes für Kinderschutz in der katholischen Kirche würden eingehalten, so Vatikan weiter. Die irischen Bischöfe werden aber aufgefordert, ihre Richtlinien für den Umgang mit Missbrauchsfällen zu überarbeiten. Zudem müsse die katholische Kirche in Irland ihre eigenen Gerichte neu organisieren, um eine zügigere Bearbeitung der Vorwürfe sicherzustellen.

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