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19 März 2012, 12:00
'Wir sind katholisch…'

Junge Musik und Papstbegeisterung sind kein Widerspruch: Britisch-philippinische Band „Ooberfuse“ trat beim Weltjugendtag Madrid 2011 vor Millionenpublikum auf. KATH.NET sprach mit Musikern der Gruppe. Von Petra Lorleberg

London (kath.net/pl) „Wir sind katholisch, deshalb drückt sich unser Glaube natürlich auch in unserer Musik und unseren Texten aus.“ Das sagten die Leadsängerin Cherrie Anderson und der Sänger und Leadmusiker Hal St John von der aufsteigenden britisch-philippinischen Elektropopband „Ooberfuse“. Die Botschaft von Papst Benedikt XVI. sei „inspirierend“ und habe „unsere Musik und unsere Texte beeinflusst“, aus seiner sanften Stimme spreche „seine große Heiligkeit“.

kath.net: Was war für Ooberfuse bisher der aufregendste Auftritt?

Ooberfuse:
Der atemberaubendste Moment - wenn wir die Stichworte „Aufregung und Lampenfieber“ ansprechen - war unsere Aufführung von „Faith in You“ vor zwei Millionen Pilgern auf dem Ciebeles-Platz in Madrid August 2011. Die Sicherheitsvorkehrungen waren ebenso engmaschig wie bei der Ankunft von Papst Benedikt, als er am ersten Tag des Weltjugendtags die Pilger willkommen hieß.

Seitdem war unsere aufregendste Aufführung auf dem Trafalgar Square zum Gedächtnis des ersten Jahrestages der Ermordung des pakistanischen Minderheitenministers Shabhaz Bhatti.

kath.net: Ihr seid eine katholische Band. Ihr singt über Jesus, über Vergebung. In einem Lied zitiert ihr Papst Benedikt und in einem anderen Lied den modernen Märtyrer. Warum?

Ooberfuse:
Wir sind eine Elektropopband, deshalb nutzen wir die neueste Technologie, wenn wir komponieren. Die Einmischung der echten Stimmen von Papst Benedikt und von Shabhaz Bhatti gab den Tracks eine erweiterte Dimension.

Wir sind katholisch, deshalb drückt sich unser Glaube natürlich auch in unserer Musik und unseren Texten aus.

Bei dem Shahbaz-Bhatti-Song „Blood Cries Out“ war es extrem herausfordernd, die Gefühle der Empörung über seine kaltblütige Ermordung den Gefühlen der christlichen Vergebung gegenüberzustellen. Die Botschaft Jesu tritt unseren natürlichen Gefühlen entgegen und hebt sie auf höhere Stufen hinauf. Statt dass wir Rache suchen für die Gewalttat - was den Kreislauf der Gewalt nur weiterführen würde – beten wir um Vergebung.

In diesem Sinn kann „Blood Cries Out“ als musikalisches Nachdenken über Hebräer 12,14 verstanden werden, wo es heißt, „Ihr seid zu Jesus gekommen, der als Mittler den neuen Bund in Kraft gesetzt hat, und zu dem reinigenden Blut, das – anders als Abels Blut – Vergebung zuspricht, nicht nach Vergeltung ruft“ (Übersetzung: Gute Nachricht).

kath.net: Ist Papst Benedikt XVI. für euch jemand Besonderes?

Ooberfuse:
Ja, absolut! Seine Botschaften sind inspirierend und haben unsere Musik und unsere Texte beeinflusst. Wir hoffen, dass seine Botschaft durch unsere Musik auch Zuhörer erreichen kann, welche dem, was er zu sagen hat, sonst nicht zuhören. Er hat eine sehr sanfte Stimme, aus welcher seine große Heiligkeit spricht.

kath.net: Katholiken sind daran gewohnt, international zu sein. Sind eure Gruppe und eure Musik international?

Ooberfuse:
Ooberfuse versucht, östliche und westliche Musiktraditionen in eine verrückte Fusion zu bringen… manche könnten das konfus nennen! Wir sprechen Hörer auf der ganzen Welt an, damit wir nicht so schnell heruntergezogen werden können. Daraus ergibt sich, dass wir viele Konventionen herausfordern, welche traditionellerweise von der Popindustrie definiert wurden.

Viele Leute halten uns für verrückt, weil wir unseren Glauben nicht aus unserer Musik raushalten, doch würden wir uns an die Konvention halten, wäre das zutiefst unehrlich und würde zu mangelnder Authentizität führen.

Das Ooberfuse-Interview auf Englisch

Shahbaz Bhatti: „Ich kenne die Bedeutung des Kreuzes und ich folge ihm.“

kathTube-Tipp: ´Blood Cries Out´, gesungen von ´Ooberfuse´ Zum Gedächtnis an den ermordeten pakistanischen Katholiken und Minister Shahbaz Bhatti





Ooberfuse: ´Heart´s Cry´