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Die einzige Sünde, die man nicht beichten kann: Selbstmord

16. März 2012 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Britische Studie legt nahe, dass Protestanten möglicherweise ein höheres Selbstmordrisiko haben als Katholiken.


Warwick (kath.net/pl) Protestanten haben möglicherweise ein höheres Risiko als Katholiken, Selbstmord zu begehen. Dies legt eine Studie der Universität Warwick/England nahe, wie die „Toronto Sun“ berichtete.

Wissenschaftler der britischen Universität haben Daten aus dem 19. und 21. Jahrhundert aus Preussen sowie Daten der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) ausgewertet. Die älteren Daten wurde herangezogen, weil „in dieser Zeit praktisch jeder einer Konfession angehörte und Religion praktische alle Aspekte des Lebens durchdrang. In Preußen lebten Protestanten und Katholiken als Nicht-Minderheiten zusammen in einem Staat und die beiden Konfessionen liefern eine Vergleichsgrundlage“, sagte der Autor der Studie, Sascha Becker. „Die Ergebnisse waren verblüffend. Im 19. Jahrhundert war die Selbstmordrate bei Protestanten etwa dreimal so hoch wie bei Katholiken.“


Auch die Untersuchung der heutigen Daten von zehn OECD-Staaten, in denen jeweils eine der beiden Konfessionen mehr als 85 Prozent der Bevölkerung ausmachte, bestätigte diese Grundrichtung: In protestantischen Ländern lag die Selbstmordrate bei 15,5 Toten pro 100.000 Einwohnern, in katholischen Ländern nur bei 8,9 Toten. „Selbst heute tendieren Länder mit mehrheitlich protestantischer Bevölkerung dazu, höhere Selbstmordraten zu haben als Länder mit mehrheitlich katholischer Bevölkerung“, sagte Becker.

Die Ursachen für dieses unterschiedliche Verhalten der Menschen innerhalb der Konfessionsgruppen erklärte Becker folgendermaßen: Erstens könne ein Katholik, „wenn es im Leben dick kommt“, „auf eine stärkere Gemeinschaft hoffen, die ihm hilft zurechtzukommen. Zweitens betont der Protestantismus die Wichtigkeit von Gottes Gnade allein und nicht durch irgendwelche Verdienste an der eigenen Arbeit des Menschen, während der Katholizismus vorschlägt, dass Gottes Richterspruch von den Taten und Sünden des Menschen beeinflusst wird. Als Konsequenz zieht Selbstmord für Katholiken den Verlust des Paradieses nach sich, für Protestanten nicht.“ Obendrein glauben Katholiken an die Vergebung der Sünden in der Beichte, doch Selbstmord sei die einzige Sünde, welche man nicht beichten kann. Die Studie zeige, folgerte Becker, dass Religion in Fragen von Leben und Tod von Belang sei.


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