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| ![]() Hoher Besuch in der Suppenküche der Malteser14. März 2012 in Deutschland, 8 Lesermeinungen Erzbischof Woelki feiert Kardinalserhebung mit armen Berlinern. Von Birgit Wilke (KNA) Berlin (kath.net/KNA) Fast ist es wie immer. Im Innenhof der Malteser-Zentrale in Berlin-Charlottenburg haben am Dienstag um kurz vor zwölf einige Männer und Frauen auf einer Bank Platz genommen, andere stehen in kleinen Gruppen zusammen. Sie warten auf das Mittagessen, das der Malteser Hilfsdienst in seiner Suppenküche anbietet. Doch heute wird hoher Besuch erwartet. Um kurz nach zwölf biegt der schwarze Dienstwagen des Berliner Erzbischofs Rainer Maria Woelki ein. Er will an diesem Tag auch mit den Menschen hier seine Erhebung zum Kardinal vor drei Wochen feiern. Der 75-jährige Fred Dodel, regelmäßiger Gast der Suppenküche, ist begeistert. «Ich finde es ganz toll, dass er sich hier mit ganz normalen Leuten trifft», meint er. «Mal schauen, vielleicht sitze ich ja sogar mit ihm am Tisch.» Woelki kommt in seiner schwarzen Kardinalskleidung mit purpurrotem Besatz. Auch er freut sich auf die Begegnung. «Die Ernennung zum Kardinal ist eine Ehre für das ganze Erzbistum. Deswegen möchte ich heute auch hier mit diesen Menschen feiern», erklärt er. Schließlich sei sein Erzbistum «vielschichtig». Dazu gehörten auch viele, deren Leben Brüche habe. Woelki schüttelt jedem einzelnen Gast die Hand. Rund hundert Männer und Frauen sind da und einige Kinder, die meisten stammen aus dem Charlottenburger Kiez. Der kleine Osben und sein Bruder Jose sind sogar aus Neukölln gekommen, zusammen mit Maria Herrmann, einer ehrenamtlichen Helferin aus der katholischen Sozialbewegung Sant'Egidio. Als Woelki sie anspricht, geben sie nur schüchtern Antwort. Der Kardinal lobt das Deutsch der Jungen, die vor zwei Jahren aus dem afrikanischen Äquatorialguinea nach Berlin zu ihrer Tante kamen. Angesprochen auf die wachsende Armut in Berlin betont Woelki, wie wichtig ihm Investitionen in Bildung sind. «So können wir vielleicht helfen, den Armutskreislauf zu durchbrechen», sagt der Erzbischof, der die Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz leitet. Inzwischen hat eine Roma-Gruppe im Hof religiöse Lieder angestimmt. Nachdem Woelki die Malteser-Küche besichtigt und sich beim ehrenamtlichen Koch Lech Lebowski nach dem Speiseplan erkundigt hat, geht es hinauf in einen festlich geschmückten Saal. Hier sind die zahlreich erschienenen Journalisten nicht mehr zugelassen. Woelki sowie sein neuer Generalvikar Tobias Przytarski und der Vorsitzende des Diözesancaritasverbandes, Stefan Dybowski, möchten nicht durch Medienrummel gestört werden, wenn sie beim Essen nach den Sorgen und Problemen ihrer Gäste fragen. Nach einer guten Stunde ist Woelki unter den letzten, die gehen. Es hat vorzügliche Hähnchenschnitzel, Kartoffeln und Rote Grütze gegeben, wie später zu hören ist. Ein alles andere als selbstverständliches Menu an diesem Ort, wie Malteser-Pressesprecherin Kristin Erven-Hoppe betont. Auf Wunsch Woelkis ein «Upgrade» der üblichen Kost anlässlich dieses ungewöhnlichen Kardinalsfestes, das Malteser und Caritas zusammen vorbereitet haben. Zum dritten Mal hat der Erzbischof in den wenigen Monaten seiner Berliner Amtszeit nun eine Suppenküche besucht, zwei Mal bei den Franziskanern in Pankow, jetzt in Charlottenburg. Woelki deutet an, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist. Dem Geschäftsführer der Malteser, Henric Maes, zwinkert er beim Abschied zu: «Vergessen Sie nicht, die Rechnung geht an die Osloer Straße!». Woelkis Privatadresse. Für ihn ist es Ehrensache, dass er die rund 1.000 Euro aus der eigenen Tasche begleicht. (C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Foto: (c) www.malteser-berlin.de Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuErzbistum Berlin
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