14 März 2012, 17:06
Beurlaubung wegen Kommunionverweigerung für Buddhistin?
 
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Ein Priester, der einer lesbischen Frau die Kommunion verweigert hat, ist nun wegen angeblicher Einschüchterungsversuche beurlaubt worden. Offiziell besteht kein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen. UPDATE: Priestererklärung

Washington (kath.net/CNA/jg)
Ein Priester der Erzdiözese Washington D.C., der einer Frau die Kommunion verweigert hat, weil sie in einer lesbischen Lebensgemeinschaft lebt, ist nun wegen „Einschüchterungen“ beurlaubt worden und darf keine priesterlichen Dienste ausüben.

In einem Brief an alle Priester des Bistums schreibt der Generalvikar der Erzdiözese Washington D.C., es gebe „glaubhafte Vorwürfe“ gegen Marcel Guarnizo. Der Priester habe Pfarrangehörige und andere in einer Weise eingeschüchtert, die mit dem priesterlichen Dienst unvereinbar sei.

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Guarnizo war Ende Februar in die Schlagzeilen gekommen, als er einer lesbischen Frau bei der Begräbnismesse für ihre Mutter die Kommunion verweigert hatte. Barbara Johnson hatte Guarnizo vor der Messe ihre lesbische Partnerin vorgestellt. Johnson war als erste zur Kommunion gegangen. Guarnizo hatte ihr die Kommunion verweigert und sie darauf hingewiesen, dass ihre lesbische Partnerschaft in den Augen der Kirche eine schwere Sünde sei. Nach dem Vorfall schrieb Johnson einen Brief an Guarnizo, in dem sie ankündigte, er werde für sein Verhalten „teuer bezahlen“. Sie werde dafür sorgen, dass er nicht mehr in der Pfarrseelsorge tätig sein werde.

Der Brief des Generalvikars über die Beurlaubung Guarnizos erwähnt diese Angelegenheit nicht, sondern bezieht sich auf nicht näher genannte Vorfälle der letzten ein bis zwei Wochen.

Johnson schrieb in einer Erklärung, sie hoffe, die Beurlaubung Guarnizos werde garantieren, dass niemand mehr die „traumatischen Erfahrungen“ machen müsse, die ihre Familie erlitten habe. Dies berichtet die „Washington Post“.

Die Erzdiözese Washington D.C. hat brieflich bei Barbara Johnson um Entschuldigung gebeten. Das Verhalten Guarnizos entspreche nicht der Politik von Kardinal Donald Wuerl, heißt es in dem Brief. Der Kardinal sei dagegen, jemand die Kommunion zu verweigern. Die Priester sollten vielmehr in Gesprächen unter vier Augen die Situation mit den betreffenden Personen klären, berichtet die „Washington Post“.

Johnsons Verhalten ist mittlerweile in ein neues Licht gerückt. In einer Publikation und auf der Internetseite der von ihr gegründeten Kunsthochschule bezeichnet sie sich selbst als Buddhistin. Das gab der Spekulation Nahrung, es gehe Johnson gar nicht um den Empfang der Kommunion. Vielmehr wolle sie die Opposition der Kirche gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften in der Öffentlichkeit anprangern.

UPDATE: Der betroffene Priester hat am Mittwoch eine Erklärung veröffentlicht. Der Wortlaut in englischer Sprache







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