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Das Wachsen der 'Tradition' und die Aufgabe der Mission

12. März 2012 in Aktuelles, 17 Lesermeinungen
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Frankreich: Höchster Rückgang der Zahl der Seminaristen für die ordentliche Form des Römischen Ritus seit der Französischen Revolution. Stabil die ‚traditionalistischen’ Berufungen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die französische Bischofskonferenz hat die Ergebnisse einer „Untersuchung zur Situation der Priesteramtskandidaten bis zum 15. November 2011“ (Enquête sur la situation des candidats au ministère presbytéral au 15 novembre 2011) bekannt gegeben. Die Untersuchung wurde von einer Kommission für die Priester und Laien in kirchlicher Mission durchgeführt und lässt einen Zustand der Berufungen erkennen, der dramatisch genannt werden kann.

Im Jahr 2010 ist die Zahl der Priesteramtskandidaten in Frankreich im Vergleich zum Jahr 2009 um 3% zurückgegangen (von 756 am 15. November 2009 auf 732 am 15. November 2010). Im Jahr 2011 musste derselbe Rückgang von 3% verzeichnet werden (710 am 15. November 2011). Im Jahr 1966 belief sich die Zahl der französischen Seminaristen auf 4.536. Im Lauf von neun Jahren verringerte sich diese auf 1.297 (1975). 1996 belief sie sich auf 1.103, 2005 auf 784.


Die Zahl der Seminaristen aus dem „offiziellen“ und „inoffiziellen“ traditionalistischen Bereich ist im Steigen oder zeigt eine fortschreitende Konsolidierung. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. kann insgesamt 49 Seminaristen verzeichnen (48 in Ecône, 1 in Winona/USA). Ein Drittel aller Seminaristen der FSSPX (150) kommt somit aus Frankreich.

Die mit Rom verbundenen „traditionalistischen“ Seminare zählen insgesamt 91 Seminaristen (95 im Vorjahr). Sowohl die Seelsorge der FSSPX als auch der „Ecclesia-Dei-Gemeinschaften“ konnte in den letzten Jahren eine Konsolidierung verzeichnen, woraus sich auch die relative Stabilität bei den Berufungen herleitet.

Gegenüber insgesamt 140 „traditionalistischen“ Priesteramtskandidaten sind im Jahr 2011 18 französische Priester für die außerordentliche Form des Römischen Ritus geweiht worden, von diesen 11 für die Priesterbruderschaft St. Pius X. (2010: 16 Priesterweihen, von diesen 8 für die FSSPX).

Die Tatsache, dass die Zahl der Seminaristen für die ordentliche Form des Römischen Ritus zurückgehend ist, während die Zahl der Seminaristen für die außerordentliche Form stabil bleibt, zeigt, dass die Proportion langsam zugunsten der „außerordentlichen“ wächst (etwas mehr als 16% gegenüber einem Rückgang auf etwas weniger als 84% der „ordentlichen“).

Hinsichtlich der Gesamtzahl der Priesteramtskandidaten ist in Frankreich eine Stabilität zu verzeichnen, die als Folge des kontinuierlichen Wachstums in den vorhergehenden Jahren im traditionalistischen Bereich gesehen werden kann: 120 im Jahr 2005, 130 im Jahr 2007, 136 im Jahr 2008, 140 im Jahr 2009, 144 im Jahr 2010, 140 im Jahr 2011). Diese Zahlen entsprechen dem sehr langsamen Anwachsen der Feiern in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus.

Es ist zu unterstreichen, dass die aktuelle Stabilität bei den „traditionalistischen“ Berufungen weniger bedeutsam ist als die Gesamtproportion: mehr als 15% aller Seminaristen werden von gerade 5% der praktizierenden Katholiken „generiert“, die der außerordentlichen Form des Römischen Ritus verbunden sind, so „Paix Liturgique“. Daraus ergebe sich der Schluss, dass alles, was zum Großraum der traditionellen Liturgie gehöre (Katechismus, doktrinelle Ausbildung der Jugend, Schulen, Bewegungen und vor allem die Berufungen) einen eindeutig missionarischen Wert besitze, den es anzuerkennen, nicht zu behindern und zu erweitern gelte.




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