11 März 2012, 07:55
Fastenzeit: Kardinal Schönborn wirbt für Fleischverzicht
 
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Wiener Erzbischof nennt im "Heute"-Kommentar Reihe von Argumenten, die "einem den Appetit auf Fleisch verderben"

Wien (kath.net/KAP) Mit einem engagierten Plädoyer für Fleischverzicht hat Kardinal Christoph Schönborn aufhorchen lassen. In seiner wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung "Heute" nennt der Wiener Erzbischof am Freitag eine Reihe von Argumenten, die nicht nur in der Fastenzeit "dazu angetan" seien, "einem den Appetit auf Fleisch zu verderben": Mindestens ein Drittel der globalen Getreideernte werde an Vieh verfüttert; alle Schlachttiere weltweit würden eine Futtermenge verbrauchen, die dem Kalorienbedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspreche. Und: "Ein einziges Steak von 225 Gramm enthält so viel Pflanzenenergie, wie benötigt wird, um einen Tag lang rund 40 hungernde Menschen zu ernähren!"

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Schönborn beruft sich dabei auf einen Bericht der "Gesellschaft für Ernährungskunde". Er betrachtet den gegenwärtigen "massiven Fleischkonsum" mit der Energieverschwendung als "einen der großen Risikofaktoren für eine gute Zukunft". Weniger Fleischproduktion bedeute auch weniger Massentierhaltung und damit weniger Tier-Leid. Gesundheitliche Probleme bei Tier und Mensch würden durch weniger Einsatz von Antibiotika in Futtermitteln geringer. "Tierschutz, Umweltschutz, Fleischqualität - all das ist möglich, und dringend notwendig", appelliert Schönborn.

In seinem "Wir Fleischesser" betitelten Kommentar erinnert der Kardinal daran, dass Fleischverzicht früher zur Fastenzeit selbstverständlich dazugehörte. "Heute sind wir (mit Ausnahmen) fast maßlose Fleischesser geworden." Die von ihm angeführten Argumente mögen "helfen, zur früheren (vernünftigen) Fastenpraxis zurückzufinden", hofft Schönborn. Für ein nachhaltiges System müsste die Welt auf etwa die Hälfte des derzeit konsumierten Fleisches verzichten. "Die Fastenzeit wäre der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen", so Schönborn.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich







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