
Wien (kath.net/KAP) Eigentliches Hindernis für das Nichtzustandekommen einer Begegnung zwischen Papst und Moskauer Patriarch ist "die Unfähigkeit der russisch-orthodoxen Kirche, ihre eigenen Fehler einzubekennen": Das betonte das Oberhaupt der mit Rom unierten Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK), Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk (andere Schreibweise: Shevchuk), teilte die Stiftung "Pro Oriente" am Donnerstag mit Verweis auf die italienische katholische Nachrichtenagentur "SIR" mit. Der Moskauer Patriarch Kyrill sage stets, dass der westukrainische Konflikt zwischen Unierten und Orthodoxen vor einer Begegnung zwischen ihm und Benedikt XVI. gelöst werden müsse, so Schewtschuk. Der Großerzbischof hält dies allerdings für einen Vorwand.
Schewtschuk (siehe Foto) erinnerte, dass die russisch-orthodoxe Kirche vom stalinistischen Regime zur Liquidierung der griechisch-katholischen Kirche benutzt wurde. "Der russische Klerus hat aber noch nicht darum um Vergebung gebeten, dass er sich danach das gesamte Eigentum der griechisch-katholischen Kirche einverleibt hat", sagte Schewtschuk. Die Fähigkeit, um Vergebung zu bitten, sei aber ein Indikator für das Vorhandensein eines lebendigen christlichen Gewissens.
Der Großerzbischof machte deutlich, dass es nach wie vor keine gemeinsame Sicht über die "Pseudosynode" von Lwiw (Lemberg) im Jahre 1946 gebe, bei der auf Betreiben Stalins die Zwangsvereinigung der UGKK mit dem Moskauer Patriarchat beschlossen wurde. Von 1946 bis 1989 konnte die griechisch-katholische Kirche in der westlichen Ukraine nur in den "Katakomben" überleben.
Als positives Beispiel für ökumenische Geschichtsaufarbeitung und Versöhnung nannte Schewtschuk die gegenseitige Vergebungsbitte zwischen der polnischen katholischen Kirche und UGKK für die blutigen Auseinandersetzungen der Jahre 1941-47 im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet. Es gebe auch Bestrebungen zu einer ähnlichen Vergebungsbitte zwischen polnischer katholischer Kirche und russisch-orthodoxer Kirche. Leider sei es aber zwischen UGKK und russisch-orthodoxer Kirche bisher zu keinen symbolischen Akten der Versöhnung gekommen.
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