07 März 2012, 12:11
Brand im Wiener Neustädter Dom
 
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Propst Pichelbauer: Brandursache und Schadensausmaß noch unklar, stark verunreinigte Kirche vorerst unbenutzbar

Wiener Neustadt (kath.net/KAP) Nach einem Brand im Wiener Neustädter Dom am Dienstagabend ist das Gotteshaus vorerst unbenutzbar. Die Kirche sei völlig verunreinigt, berichtete Propst Karl Pichelbauer am Mittwoch der "Kathpress". Durch das Feuer wurde eine Seitenkapelle völlig zerstört; ein Übergreifen der Flammen auf das Dach und das Hauptschiff konnte verhindert werden.

Zur Brandursache konnten sich vorerst weder Propst Pichelbauer noch der Bauamtsdirektor der Erzdiözese Wien, Harald Gnilsen, äußern. Die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes seien noch im Laufen, so die Auskunft. Auch die Schadenshöhe war vorerst noch unbekannt. Man sei versichert, so der Propst.

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Der Brand war am Dienstag kurz nach 18 Uhr an der nordwestlichen Seite des Domes in einer Seitenkapelle, der ehemaligen Taufkapelle, ausgebrochen. Etwa 100 Mann mehrerer Feuerwehren waren vier Stunden lang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Sie konnten auch einige Kunstobjekte aus dem Gefahrenbereich bergen.

Das kleine barocke Chorgestühl in jener Kapelle, in der das Feuer ausgebrochen war, wurde vollkommen zerstört. Vom Gestühl sprangen die Flammen auf die Holzdecke der Kapelle über, die ebenfalls abbrannte. Die Feuerwehren konnten ein Übergreifen auf das große Dach des Doms zwar verhindern; durch Rauch, Russ und Löschwasser sei es aber zu großflächigen Verschmutzungen gekommen, erklärte Propst Pichelbauer.

Sorgen machte sich Bauamtsdirektor Gnilsen im "Kathpress"-Gespräch vor allem um ein freigelegtes mittelalterliches Fresko, das völlig verschmutzt sei. Hier werde man demnächst gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt die weitere Vorgehensweise überlegen, so Gnilsen.

So kann die Dompfarre ihre Gottesdienste vorläufig nicht im Dom feiern. Am kommenden Wochenende finden die Gottesdienste laut dem Propst in der Kirche St. Leopold statt. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass bis zum übernächsten Wochenende die Reinigungsarbeiten so weit fortgeschritten sein werden, dass der Dom zumindest wieder benutzt werden kann.

Bischofskirche und Propsteipfarre

Der romanische Dom in Wiener Neustadt wurde nach fast 80-jähriger Bauzeit 1279 zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria und dem Heiligen Rupert geweiht. Im 14. Jahrhundert wurde anstelle der romanischen Apsis ein gotisches Querschiff und gotischer Chor errichtet. Weiters wurde die Sakristei angebaut. Von 1469 bis 1785 war Wiener Neustadt eine eigenen Diözese und der Dom Bischofkirche, allerdings beschränkte sich der Wirkungsbereich des Bischofs nur auf das Gebiet der Stadt Wiener Neustadt.

1785 wurde die Diözese Wiener Neustadt, die erst ein halbes Jahr vorher stark ausgeweitet worden war, "geschlossen" und nach St. Pölten verlegt. In Wiener Neustadt wurde eine Propsteipfarre mit dem Dom als Pfarrkirche errichtet.

Wegen Baufälligkeit nach mehreren Erdbeben im Laufe der Jahrhunderte wurde das gesamte Westwerk der Domkirche (Türme) 1886 abgetragen und getreu den alten Plänen 1892 bis 1899 wieder aufgebaut. Zuletzt wurde der Dom in den Jahren 1975 bis 1999 vollständig renoviert.

Virtueller Besuch im Dom

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) www.dompfarre-wienerneustadt.at



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