03 März 2012, 08:30
Tremmel: Verkauf von Weltbild überdenken
 
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Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken von München und Freising appelliert an Bischöfe.

München (www.kath.net)
Hans Tremmel, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken in der Erzdiözese München und Freising, appelliert an die Bischöfe, den Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild zu überdenken. Es solle „zu einem vernünftigen Zeitpunkt lediglich das veräußert werden, was tatsächlich nicht passt und was man wirklich nicht braucht“, so der Professor für Theologie und Ethik in der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Abteilung Benediktbeuern, laut Redemanuskript bei der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrates mit dem Schwerpunktthema „Ev@ngelium heute: Unterwegs in der digitalen Mediengesellschaft“ am Samstag, 3. März, in Bad Aibling.

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„Wollen die Verantwortlichen der Kirche ernsthaft aufgrund digitaler Unzulänglichkeiten und einer zugegeben peinlichen Kontrollpanne im Internethandel die Chance dieses europaweit agierenden Konzerns in die Tonne treten?“, so Tremmel. Statt vorschnell die Segel zu streichen, gelte es, sich um die Qualität zu kümmern: „Den Boden, den wir in unserer Gesellschaft immer mehr verlieren, sollten wir nicht auch noch mit Falltüren versehen.“

„Als Sozialethiker warne ich vor einem vorschnellen Prinzipienrigorismus, der das Kind mit dem Bade ausschüttet“, so Tremmel weiter. Es gebe nicht nur eine Gehorsamsverantwortung, sondern auch eine Gestaltungsverantwortung den eigenen Normen und Prinzipien gegenüber: „Wenn etwas nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, dann sollte man es ändern. Wer aber komplett aussteigt, der kann nichts mehr verändern; der überlässt es anderen, so zu verfahren, wie er selber es für falsch hält. Verantwortung sieht anders aus!“

Neben der Verantwortung für die Beschäftigten und ihre Familien sieht Tremmel bei den Bischöfen auch eine Verantwortung für „die Menschen, denen mit den Geldern der Kirche viel Gutes widerfährt“: „Wir können nicht auf der einen Seite Menschen auf die Straßen und in die Häuser schicken, damit sie sammeln gehen, und auf der anderen Seite einen wahrscheinlich dreistelligen Millionenbetrag durch solche Exkulpierungsaktionen verbrennen“, so der Vorsitzende. Eile dürfe nicht die „Klugheit in der Verantwortungsübernahme, der Verantwortungsgestaltung und der Verantwortungsausübung verdrängen.“

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