28 Februar 2012, 17:44
Kirchen gratulieren umstrittenem Palästinenser
 
Hildegard13
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Naher Osten'
Deutscher Medienpreis für den lutherischen Pastor Mitri Raheb – Kritiker halten ihn für einen Antisemiten

Baden-Baden (kath.net/idea) Internationale Kirchenbünde und deutsche Kirchenvertreter haben dem umstrittenen palästinensischen Pfarrer Mitri Raheb (Bethlehem) zum Deutschen Medienpreis gratuliert. Die Organisation „Media Control“ hat den Theologen am 24. Februar als „leisen Friedensstifter“ und „Symbol der Menschlichkeit“ ausgezeichnet. Der lutherische Pastor Raheb (Foto) setze sich für Verständigung von Christen, Muslimen und Juden ein und habe dazu Schulen, Gesundheitszentren und Begegnungsstätten geschaffen. Sein Wirken sei „die Alternative zu Gewalt und Radikalisierung“. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, Olav Fykse Tveit (Genf), schreibt, die Auszeichnung gelte sowohl Rahebs Versöhnungswerk wie auch den Friedensbemühungen der palästinensischen Kirchen. Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbunds, Martin Junge (Genf), hob Rahebs Einsatz für Gerechtigkeit hervor. Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß (Bielefeld), schrieb, Raheb habe „den Menschen in Palästina Zukunft und Hoffnung gegeben“. Auch die Bischöfe von Baden und Pommern, Ulrich Fischer (Karlsruhe) und Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) begrüßten die Auszeichnung.

Werbung
messstip


Zum Boykott Israels aufgerufen

Kritiker hingegen halten Raheb für einen Antisemiten, der dem Staat Israel das Existenzrecht abspreche. Er gieße Öl ins Feuer des Nahostkonflikts, indem er beispielsweise behaupte, der Staat Israel sei ein dem Nahen Osten fremdes europäisches Gebilde ohne jegliche natürliche Verbindung zum Volk der Bibel. Als Mitverfasser des umstrittenen Kairos-Dokuments habe Raheb zum Boykott Israels aufgerufen. Protestbriefe veröffentlichten unter anderem die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie das jüdische Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) und die Internationale Christliche Botschaft in Jerusalem.






Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Offener Brief an Walter Kardinal Kasper (68)

Dauerbrenner Geschieden-Wiederverheiratet: Die Quadratur des Kreises? (52)

Theologe warnt vor Abschaffung der Karfreitagsruhe (31)

Bischof Bode: Mehr Verantwortung für Frauen auch ohne Weihe (16)

Erzbistum Dublin warnt vor der 'Warnung' (15)

Die katholische Kirche dominiert in den Medien (11)

Neuer Passauer Bischof: Mit Christus ist es wie beim Zahnarzt (11)

Glaubenspräfekt Müller: An Unauflöslichkeit der Ehe festhalten (10)

Bewerber sind schockiert von den harten Arbeitsbedingungen (10)

Marktler feiern Geburtstag «ihres» Papstes Benedikt XVI. (10)