25 Februar 2012, 13:00
Marx: Lebensform der Priester kritisch diskutieren
 
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Die geforderte anonyme Erhebung über die reale Lebensform der Geistlichen lehnte Marx ab. Trotzdem müsse diese in den Blick genommen werden.

München (kath.net/KNA) Der Münchner Kardinal Reinhard Marx will über die Lebensform der Priester kritisch diskutieren. Eine generelle Debatte über den Zölibat im gesamten Erzbistum halte er dagegen nicht für sinnvoll, heißt es in seinen am Freitagabend veröffentlichten Kommentierungen zu den 61 Vorschlägen des Zukunftsforums. Auch die geforderte anonyme Erhebung über die reale Lebensform der Geistlichen lehnte Marx ab. Trotzdem müsse diese in den Blick genommen werden.

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Gleichzeitig erneuerte der Kardinal seine Aussagen vom Oktober vergangenen Jahres, nach denen die Kirche einen neuen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuellen Menschen finden müsse. Es gehe nicht um Ausgrenzung. Das «riesige Thema» solle vordringlich im Erzbistum angegangen werden. Zwar werde die Kirche nie die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe ändern, müsse jedoch Antworten auf die Frage finden, wie sie mit dem Scheitern umgehe. Dieses Thema habe er auch in Rom angesprochen, so Marx.

Die Kirche habe auch im Umgang mit homosexuellen Menschen «nicht den richtigen Ton gefunden», heißt es in der Kommentierung wortgleich zu seinen Ausführungen vor dem Diözesanrat im vergangenen Oktober. Homosexuelle würden vollwertig anerkannt, die Beziehung jedoch könne nicht akzeptiert werden wie eine Ehe. Marx warnte davor, jeden Fall «über einen Kamm» zu scheren. Es gelte, pastorale Antworten auf die Situation jedes Einzelnen zu finden.

Marx wiederholte ebenso sein Nein zum Diakonat der Frau. Gleichzeitig sei es nötig, dass die Kirche Frauen stärker bei der Besetzung von Ämtern berücksichtige, die nicht an die Weihe gebunden seien. Neben den wiederverheiraten Geschiedenen werde sich das Erzbistum zunächst um zwei weitere Punkte aus den 61 Vorschlägen kümmern, nämlich die Erarbeitung von pastoralen Konzepten für die neuen Pfarrverbände sowie eine bessere Förderung von Ehrenamtlichen. Unter dem Stichwort «Ehrenamtsakademie» sollen sie ortsnahe Aus- und Weiterbildungsangebote bekommen.

Im Frühjahr 2008 hatte Marx das Projekt «Dem Glauben Zukunft geben» für eine geistliche Neuorientierung und Neustrukturierung angestoßen. Delegierte aus dem ganzen Erzbistum hatten in Arbeitsgruppen Empfehlungen zu einer zukunftsfähigen Pastoral erarbeitet. In die Beratungen flossen mehr als 2.700 Rückmeldungen aus Pfarreien, Verbänden, Orden, Einrichtungen und kirchlichen Berufsgruppen ein.

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