23 Februar 2012, 10:11
Iranischer Pastor soll in Kürze gehenkt werden
 
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IGFM: Iranische Behörden ordnen baldige Hinrichtung an. Der wegen seines Glaubens zum Tode verurteilte iranische Pastor Youcef Nadarkhani soll in den nächsten Tagen hingerichtet werden.

Frankfurt am Main (kath.net/idea) Der wegen seines Glaubens zum Tode verurteilte iranische Pastor Youcef Nadarkhani soll in den nächsten Tagen hingerichtet werden. Das meldet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Sitz in Frankfurt am Main. Ähnliche Informationen haben auch die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity Worldwide (CSW/London) und das Amerikanische Zentrum für Recht und Gesetz (Washington). Laut IGFM ist das Zentralgefängnis von Rasht, in dem der 35-Jährige einsitzt, angewiesen worden, die baldige Ausführung des Hinrichtungsbefehls vorzubereiten. Nadarkhani (Foto: mit seiner Familie) war am 22. September 2010 wegen „Verbreitung nichtislamischer Lehre“ und „Abfall vom islamischen Glauben“ zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Der IGFM zufolge wurde das Gericht noch am 20. Dezember 2011 angewiesen, etwa ein Jahr lang zu versuchen, Nadarkhani zum Islam zurückzubringen. Doch dieser hat mindestens vier Angebote ausgeschlagen, dem christlichen Glauben abzuschwören. In der Islamischen Republik ist das Religionsgesetz Scharia Grundlage der Rechtsprechung. Sie sieht die Todesstrafe für den „Abfall vom Islam“ vor. Von den 74,2 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

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Fall Nadarkhani erregt weltweit Aufsehen

Der Fall Nadarkhani hat weltweit Aufsehen erregt. Für ihn setzen sich unter anderen US-Außenministerin Hillary Clinton, der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Markus Löning (FDP), sowie die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ein. Die IGFM hat mehr als 23.000 Unterschriften für Nadarkhanis Freilassung gesammelt. Doch der Iran scheine sich von der internationalen Welle der Empörung nicht beeindrucken zu lassen, teilt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin mit. Auch ratifizierte völkerrechtlich bindende Abkommen ließen das Regime in Teheran kalt. Sollte Nadarkhani tatsächlich gehenkt werden, wäre dies – so Lessenthin – „nicht nur die erste Hinrichtung mit der offiziellen Begründung ‚Abfall vom Islam‘ sondern auch ein Schritt in das dunkle Mittelalter“. Seit September veranstaltet die Hamburger Ortsgruppe der IGFM sonnabends Mahnwachen für Nadarkhani. Die nächste findet am 25. Februar um 16 Uhr am Mönckebergbrunnen in der Mönckebergstraße statt.






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