21 Februar 2012, 17:57
Kardinal Cottier, Vaticanleaks und die Wut Satans
 
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Zu den Kräften der Selbstzerstörung in der Kirche und im Vatikan: Satan stört, weil die Kirche lebendig ist. Ein weiteres Kapitel von „Vaticanleaks“ steht bevor. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Benedikt XVI ist die tragende Säule“: unter diesem Titel veröffentlichte die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz „Avvenire“ am 21. Februar ein Interview mit dem vormaligen Theologen des Päpstlichen Hauses, Georges Kardinal Cottier (90). In seinem Beitrag anlässlich des Konsistoriums vom vergangenen Wochenende äußerte sich der Kardinal auch zu den jüngsten Skandalen infolge der „Lecks“, durch die vertrauliche Dokumente aus verschiedenen Stellen der Römischen Kurie nach außen gedrungen waren.

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Obwohl es den Anschein hatte, dass vor allem durch die Tätigkeit der Sicherheitsdienste des Vatikans das Problem gelöst und die Verantwortlichen ausfindig gemacht wurden, wird die Geschichte um „Vaticanleaks“ am Mittwoch, 22. Februar, eine Fortsetzung haben. Der Fernsehsender „La7“, der sich vor drei Wochen bereits mit den Enthüllungen um den vormaligen Sekretär des Governatoratos des Staates der Vatikanstadt und heutigen Nuntius in den Vereinigten Staaten, Carlo Maria Vigano’, sowie dessen Kritik an der „Korruption“ im Vatikanstaat auseinandergesetzt hatte, wird ein Exklusivinterview mit einem der Maulwürfe im Vatikan ausstrahlen.

In diesem wird der Maulwurf auch über die Beweggründe der „Spione“ informieren und deren Zahl insgesamt mit etwa 20 angeben. Erneut wird deutlich, dass es sich nicht um eine „Medienkampagne“ handelt, sondern um die Tatsache, dass Mitarbeiter des Papstes in der Kurie ihren Amtseid brechen und ihre eigenen Kampagnen über die Medien austragen. Warum kommt es dazu? Aus Wut und Überdruss, so der „Maulwurf“ im Interview mit der Sendung „Gli Intoccabili“ („Die Unberührbaren“).

Wahrscheinlich jedoch geht es um mehr, wie Kardinal Cottier in seinem Gespräch mit „Avvenire“ andeutete. Benedikt XVI. lasse sich nicht von den Sturmfluten beeindrucken, deren Absicht es sei, die Kirche zu erschüttern, denn: er wisse, dass die Grundbewegung über diesen oberflächlichen Aspekt hinausgehe. Cottier habe gerade während der Tage des Konsistoriums über die Vorgänge der letzten Wochen nachgedacht und sich darüber mit anderen Kardinälen auseinandergesetzt.

Dabei habe er feststellen können, dass er nicht der einzige gewesen sei, der diesen Gedanken gehabt habe: „Im dem ganzen Treiben um die Kirche kann das Werk Satans gesehen werden. In dem Sinn: Wäre die Kirche in der Mittelmäßigkeit eingeschlafen oder nur mit Intrigen und Rivalitäten beschäftigt, so gäbe es für den Teufel nicht viel zu tun. Wenn er aber für viel Unruhe sorgt, so heißt das, dass es eine Vitalität in der Kirche gibt, der sich Satan widersetzen will. Und diese Vitalität ist die Kraft des Glaubens, sie ist das christliche Leben, das überall in der Welt zutage tritt“.






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