15 Februar 2012, 17:05
Obama verliert katholische Wähler
 
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Obamas umstrittene Krankenversicherung kostet ihn die Unterstützung katholischer Wähler.

Washington (kath.net/jg)
Präsident Obamas umstrittene Krankenversicherung kostet ihn die Unterstützung der katholischen Wähler. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Rasmussen in einer aktuellen Umfrage.

59 Prozent der katholischen Wähler lehnen Obamas Politik ab, nur 40% unterstützen sie. Diese Zahlen sind vor dem Hintergrund der laufenden Debatte um eine Verordnung der Regierung zu sehen, die katholische Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser ab Sommer 2013 dazu verpflichten soll, Kosten für Verhütungsmittel und Sterilisation in die Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter aufzunehmen. Die katholischen Bischöfe haben diese Maßnahme wiederholt als verfassungswidrigen Eingriff in die Religions- und Gewissensfreiheit kritisiert. Kath.net hat berichtet.

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Zum Vergleich: Bei der Präsidentenwahl 2008 erhielt Obama 54 Prozent der katholischen Stimmen, sein Gegenkandidat John McCain nur 45 Prozent. Obama hatte allerdings nie die Mehrheit der praktizierenden Katholiken hinter sich. Diejenigen, die Sonntags zur Messe gehen stimmten zu 54 Prozent für McCain und nur zu 45 Prozent für Obama. Die große Zahl der „Taufscheinkatholiken“ verschob das Gesamtergebnis der katholischen Stimmen zugunsten Obamas. Kath.net hat berichtet. Doch auch sie scheint der Präsident jetzt zu verlieren.

65 Prozent aller Katholiken sind der Meinung, religiöse Einrichtungen sollten nicht zur Einhaltung von Regelungen verpflichtet werden, die in Konflikt mit ihrer Lehre stehen. Nur 28 Prozent befürworten diese Ansicht. Offenbar lehnen auch viele Katholiken, welche der kirchlichen Lehre über Verhütungsmittel nicht folgen, die angesprochene Verordnung zur Finanzierung der Mittel für Familienplanung ab. Sie sehen darin einen Eingriff der Regierung in Angelegenheiten des Glaubens und der Kirche, berichtet Rasmussen Reports.

Der Regierung Obama ist damit etwas gelungen, was nur wenige Politiker bis jetzt erreicht haben. Sie hat die katholischen Wähler in dieser Sache geeint – und zwar gegen sich.

Die Ablehnung geht über die katholischen Wähler hinaus, die etwas mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten umfasst, schreibt der Journalist Keith Koffler in einem Kommentar auf politico.com. Sie könnte Obamas Wiederwahl im November dieses Jahres gefährden. Es geht in dieser Frage nicht nur um Verhütungsmittel, die in den USA weitgehend akzeptiert sind. Es geht darum, dass die Regierung eine Gruppe von Menschen dazu zwingen will, gegen ihre tiefe Überzeugung zu handeln. Heute sind es die Katholiken, schreibt Koffler, aber wer ist es morgen?

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