09 Februar 2012, 07:44
Vatikan: Normen gegen Missbrauch müssen umgesetzt werden
 
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"Kultur des Schweigens" über Missbrauch in der Kirche muss überwunden werden, fordert der Vatikan-Beauftragte für die Ahndung von Missbrauchsfällen, Charles Scicluna

Rom (kath.net/KAP) Der Vatikan-Beauftragte für die Ahndung von Missbrauchsfällen, Charles Scicluna, hat sich scharf gegen Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kirche gewandt. Wer solche Fälle nicht melde, sei ein "Feind der Gerechtigkeit und damit der Kirche", sagte Scicluna am Mittwoch vor Journalisten in Rom. Immer noch gebe es eine "gewisse Kultur des Schweigens, der Omerta" in der Kirche, die überwunden werden müsse. Der aus Malta stammende Kurienmitarbeiter äußerte sich nach einem Vortrag, den er vor rund 220 Teilnehmern der internationalen Missbrauchskonferenz für Bischöfe und Ordensobere an der Päpstlichen Universität Gregoriana gehalten hatte.

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Scicluna verwies darauf, dass die Zahl neuer Missbrauchsfälle in Ländern wie den USA, in denen die Kirche entschieden vorgehe und auf Transparenz setze, sinke. Dabei müsse auch auf "alte" Missbrauchsfälle geantwortet werden. Vor den Konferenzteilnehmern betonte Scicluna, dass Missbrauch von Kindern und Jugendlichen nicht nur ein kirchenrechtliches Delikt sei, sondern auch ein Verbrechen nach Zivilrecht. Wo die Rechte anderer auf dem Spiel stünden, könne nicht einfach Gnade gewährt werden, dies wäre eine falsch verstandene Form von Mitleid. Eine "tödliche kulturelle Mauer des Schweigens" sei in sich falsch und ungerecht.

Die kirchlichen Gesetze zum Umgang mit Missbrauch seien in sich klar, so Scicluna. Um aber Frieden und Ordnung in der Gemeinschaft zu schaffen, müssten die Menschen sicher sein, dass diese Gesetzte auch angewandt würden.

KathTube-Kurzvideos: In the name of the Church, Cardinal Ouellet asks for forgiveness regarding sex abuse scandal (Rome Reports)





Towards Healing and Renewal: A victim of sexual abuse shares her story (Rome Reports)






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