08 Februar 2012, 07:50
Expertin: Hildegard von Bingen empfahl Fenchel gegen Kälte
 
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Die Äbtissin habe bei Kälte geraten, mehr zu essen und Speisen mit 'wärmender' Wirkung zu sich zu nehmen.

Lichtenau (kath.net/KNA) Bei Temperaturen um minus 20 Grad kommt es nicht nur auf die richtige Kleidung, sondern auch auf innere Wärme an. Das wusste schon die Äbtissin und Volksheilige Hildegard von Bingen (um 1098-1179), wie Museumspädagogin Christiane Brehm vom Landesmuseum Kloster Dalheim am Dienstag in Lichtenau erläuterte.

«Hildegard von Bingen erkannte den Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Befinden von Körper und Geist», so die Expertin für Klosterkultur. Für sie seien Lebensmittel «Mittel zum Leben» gewesen. Legendär ist bis heute die Kräuter- und Heilkunde der Hildegard von Bingen.

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Die Äbtissin habe bei Kälte geraten, mehr zu essen und energiereiche Speisen zu sich zu nehmen, sagte Brehm. Auch Wein und Bier habe sie empfohlen und die «gute Wärme» von Honig gelobt.

Wärmende Wirkung schrieb sie auch den Kräutern Wermut, Thymian und Krauseminze zu sowie den Gewürzen Muskat, Zimt und Nelke und dem Ingwer-Gewürz Galgant.

Zum Fenchel meinte Hildegard: «Wie auch immer gegessen, macht er den Menschen fröhlich, durchwärmt ihn.» Und Dinkel sei «das beste Getreide, er ist warm und fett und kräftig».

Hildegard von Bingen gehört zu den bedeutendsten Frauengfiguren des Mittelalters. Die Benediktinerin war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Ihre Texte beschäftigen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute sehr populär, und ihre Kompositionen erleben seit Jahren eine Renaissance.

Äußerlich hatten die Ordensfrauen und Ordensmänner des Mittelalters nur Textilien, um strengen Minusgraden zu trotzen, wie Brehm erläuterte. Die mehr als 1.500 Jahre alte Ordensregel der Benediktiner sah für den Sommer eine «leichte und abgetragene» Tunika vor, für den Winter aber eine wollene Variante. Dazu seien den asketisch lebenden Ordensleuten Pelze, Hosen, Mäntel und Schuhe erlaubt gewesen. «Im französischen Cluny wurden im Winter die Barfußprozessionen abgeschafft», so Brehm.

Das vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragene Museum für Klosterkultur ist das einzige seiner Art in Europa. Beheimatet in einem 1803 säkularisierten ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift, will es die Vielfalt klösterlichen Wirkens anschaulich präsentieren. Die Exponate stammen aus Klöstern, Kirchengemeinden, Museen und Privatsammlungen. Pro Jahr kommen laut Museum 100.000 Besucher in die Ausstellung.



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