22 Januar 2012, 10:04
Christlicher Medienkongress: Kritik an Kampagne gegen Wulff
 
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Beckstein wirft „Bild-Zeitung“ „abgrundtiefe Scheinheiligkeit“ vor

Schwäbisch Gmünd (kath.net/idea) Eine mediale Kampagne gegen Bundespräsident Christian Wulff hat der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) kritisiert. Beim zweiten Christlichen Medienkongress in Schwäbisch Gmünd warf er der „Bild-Zeitung“ eine „abgrundtiefe Scheinheiligkeit“ vor.

Er sei „betroffen“, dass die Macher der „Bild-Zeitung“ es als Skandal bezeichneten, als ihnen Wulff in einem persönlichen Anruf mit strafrechtlichen Maßnahmen drohte, sagte Beckstein am 21. Januar. Er bezweifelte, dass der Anruf „die Sensibelchen in der Bild-Redaktion“ in Angst und Schrecken versetzt habe. Beckstein, der auch stellvertretender Präses der EKD-Synode ist, sprach vor rund 200 Besuchern über die Bedeutung des Gebots „du sollst nicht falsch Zeugnis reden“. Seiner Ansicht nach gehört es nicht zu den Aufgaben von Medienmachern, Belanglosigkeiten zu Staatsaffären aufzubauschen oder Skandale hochzuzüchten. Eine andere Frage sei, ob Wulff bei der Annahme eines Kredits klug gehandelt und später einen professionellen Umgang mit den Medien bewiesen habe. Beckstein appellierte an die Medienschaffenden, sich gegen Politikverdrossenheit einzusetzen und durch „konstruktive Kritik“ zur Stärkung der Demokratie beizutragen. Dies bedeute nicht, Politiker von Kritik auszunehmen. Je mehr Macht jemand habe, desto mehr Verantwortung trage er und dementsprechend stehe er auch im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Als Konsequenz habe Beckstein sich angewöhnt, sein Verhalten so zu gestalten, dass es öffentlich gemacht werden könne.

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Themen dürfen nicht tabuisiert werden

Zu einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung gehört laut Beckstein auch, Themen aufzugreifen, die weithin tabuisiert würden, etwa die Kriminalitätsrate von Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder Probleme bei der Integration muslimischer Mitbürger. Auch die Verfolgung von Christen in islamischen Ländern werde kaum angesprochen, während Bürgerinitiativen für einen Moscheebau in Deutschland breiten Raum fänden. Überfälle auf Christen würden verharmlost oder als Reaktion auf deren missionarischen Eifer entschuldigt. Beckstein forderte die Medienmacher auf, allen Fragen nachzugehen, die die Menschen beschäftigen. Dabei solle weder etwas unter den Teppich gekehrt werden noch dürften Menschen verletzt werden.

„Ans Licht bringen, was nicht verborgen bleiben darf“

Die Rundfunkbeauftragte der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, die baptistische Pastorin Andrea Schneider (Oldenburg), rief christliche Medienschaffende auf, in der Nachfolge Jesu Christi „ans Licht zu bringen, was nicht verborgen bleiben darf“, nämlich die Botschaft, dass Jesus Christus den Menschen das Heil gebracht habe. Das habe wahrhaftig zu geschehen und unter Wahrung der Würde von Betroffenen. Veranstalter des Medienkongresses waren neben der EKD und der württembergischen Landeskirche das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), die Stiftung Christliche Medien, die Stiftung Marburger Medien, der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea sowie die beiden christlichen Fernsehsender ERF-Medien und Bibel TV und das Christliche Gästezentrum Schönblick.







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