
Tacoma (kath.net)
Im Internet macht derzeit ein Video mit dem Titel Why I Hate Religion, But Love Jesus (dt. „Warum ich Religion hasse, aber Jesus liebe“) Furore. In dem Film erklärt ein junger Mann in Form eines Gedichtes, welche Unterschiede er zwischen dem Glauben an Jesus und Religion sieht. Er vertritt die These, Jesus sei gekommen, um die Religion abzuschaffen.
Jefferson Bethke, der Autor des Gedichtes, sieht in der Religion viele Schwächen. Sie hätte viele Kriege begonnen, große Kirchen gebaut und dabei vergessen, den Armen zu helfen, sie würde zwar Gnade predigen, ihre Angehörigen verhielten sich aber ganz anders. Religion bleibe oberflächlich und in Äußerlichkeiten verhaftet. Sie sei von Menschen gemacht, während Jesus Gott sei. Er versteht die Kritik, die Jesus an vielen Vertretern der jüdischen Religion seiner Zeit geübt hat als Kritik Jesu an der Religion überhaupt. Jesus sei gekommen, um uns Menschen von der Religion zu befreien, behauptet Bethke.
Das Video wurde am 10. Januar 2012 auf der Videoplattform Youtube hochgeladen und mittlerweile mehr als 15 Millionen mal aufgerufen. Über soziale Netzwerke wie Facebook wurde es weiter empfohlen, was zu der hohen Zahl an Aufrufen wesentlich beigetragen hat. Bethkes These hat zu teilweise hitzigen Diskussionen geführt. Die Kommentarfunktion auf Youtube für das Video ist zwar deaktiviert, viele Seher haben aber mit eigenen Kurzfilmen geantwortet. Darunter befinden sich nicht nur Christen, sondern auch Muslime und Atheisten. Einige sehen sich durch das Video bestätigt, viele lehnen dessen These allerdings ab.
Bethke verwende Begriffe wie „Religion“ und „Kirche“, erkläre aber nicht, was er damit eigentlich meine, kritisiert „WohnerontheRadio“ in seinem Antwortvideo. Das Christentum sei sehr wohl eine Religion, sagt „WohnerontheRadio“, wogegen sich Bethke ausspreche sei eine auf leere Rituale reduzierte Karikatur von Religion. Diese Ansicht wird von vielen Kritikern unterstützt.
Auf verschiedenen Internet-Blogs wird Bethkes Video ebenfalls behandelt. Kevin DeYoung, Pastor der Reformierten Kirche, hat auf seinem Blog eine differenzierte Kritik des Gedichtes veröffentlicht. Er bewundert Bethkes ernsthafte Suche nach Gott, seine Bereitschaft, in der Öffentlichkeit für Jesus Zeugnis abzulegen und seine Kritik an religiöser Oberflächlichkeit und Selbstgerechtigkeit. Auch er übt Kritik an der verkürzten Auffassung von Religion, die in Bethkes Gedicht zum Ausdruck kommt.
Bethke hat den Blogeintrag von DeYoung gelesen. In einer Antwort bedankt er sich für die Einwände, die er durchwegs akzeptiert. Er habe nicht damit gerechnet, dass das Video so große Aufmerksamkeit bekommen würde. Wenn er es noch einmal machen könnte, würde er manche Dinge anders formulieren, schreibt er.
Dazu ein anderes kathTube-Video mit dem Lied: "Jesus, You are my best friend" - I love being Catholic!
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