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"Kopimismus" in Schweden als Religionsgemeinschaft anerkannt

6. Jänner 2012 in Chronik, 14 Lesermeinungen
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Der „Kopimismus“ erhebt das Teilen und Kopieren von Information zum (Glaubens-)Bekenntnis. In Schweden wurde er jetzt offiziell als Religion anerkannt.


Stockholm (kath.net/KNA)
Schweden hat den «Kopimismus» offiziell als Religion anerkannt. Die Bewegung, die das Teilen und Kopieren von Informationen zum Bekenntnis erhebt, wurde von der zuständigen Finanzbehörde «Kammarkollegiet» als religiöse Gemeinschaft eingetragen, wie die Stockholmer Tageszeitung «Svenska Dagbladet» am Donnerstag berichtete. Die «Missionierende Kopimistengemeinde» vertritt die Auffassung, Information stelle einen Wert dar; dieser steige durch Kopieren. Als ihre «heiligen Zeichen» benutzt die Bewegung CTRL-C und CTRL-V, also die Tastaturbefehle für «Kopieren» und «Einfügen». Der Name leitet sich von «copy me» («kopiere mich») her.


Der Geschäftsführer der „Missionierenden Kopimistengemeinde“, Gustav Nipe, erklärte, man habe sich über ein Jahr um die staatliche Anerkennung bemüht und sei mehrmals damit gescheitert. «Ich glaube, das liegt daran, dass sich die öffentliche Verwaltung in einen starken Urheberrechtsextremismus mit einem verzerrten Blick auf das Kopieren verstrickt hat», sagte Nipe.

Der «geistliche Leiter» der Kopimisten, der Philosophiestudent Isak Gerson, nannte die Bewegung «eine missionierende Religion mit dem Ziel, sowohl Christen als auch Muslime von den Segnungen des Kopimismus zu überzeugen». Zugleich äußerte er die Hoffnung, durch die offizielle Annerkennung seinen «Glauben nun ohne Furcht vor Repressalien ausüben» zu können.

Die Kopimisten bestritten zugleich eine Verflechtung mit der Piratenpartei. «Wir haben keine weiteren Verbindungen zur Piratenpartei, aber es gibt viele gemeinsame Mitglieder», sagte Gerson. Die Zahl der Anhänger bezifferte er mit rund 3.000 Anhänger in über zehn Ländern.

In Schweden wurde die Registrierung von Religionsgemeinschaften mit der Trennung von Kirche und Staat eingeführt. Dabei geht es vor allem um den Schutz des Namens. Bertil Kallner, Chefjurist bei «Kammarkollegiet», sagte im schwedischen Hörfunk, eine Glaubensgemeinschaft könne mehr oder weniger aussehen, wie sie wolle, solange es eine Verbindung zum Religiösen gebe.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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