05 Januar 2012, 11:41
Theologe: Neuem Atheismus auch 'am Stammtisch' entgegentreten
 
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Wiener Theologe Weber: Altbekannte Argumente werden heute neu und "populistisch" vermittelt - Nicht nur "theologische Profis" sollen Antworten auf kritische Fragen geben können

Wien (kath.net/KAP) Um den sogenannten "neuen" Atheisten kraftvoll entgegenzutreten, müssen Christen fähig sein, rational nachvollziehbare Antworten auf Glaubensfragen geben zu können. Das fordert der Wiener Dogmatiker und theologische Mitarbeiter von Kardinal Christoph Schönborn, Hubert Philipp Weber, in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Der "neue Atheismus" propagiere altbekannte Argumente heute "populistisch" mit Hilfe etwa der Boulevard-Medien oder "am Stammtisch". Auch dort müssten Gläubige zur Be- und Entgegnung bereit sein. Daher sei es unverzichtbar, "den eigenen Glauben gut zu kennen und vor kritischen Fragen nicht zurückzuweichen", so Weber.

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Schon die "Klassiker" des Atheismus im 19. Jahrhundert wie Friedrich Nietzsche oder Ludwig Feuerbach hätten die Vereinbarkeit des christlichen Glaubens mit modernem wissenschaftlichem Denken infrage gestellt, erinnert der Mitarbeiter am Institut für Dogmatische Theologie in dem Interview. Ihre heutigen Nachfolger wie Christopher Hitchens oder Richard Dawkins bedienten sich ähnlicher Inhalte, nützten aber "die Methoden der Verbreitung vielfältiger und differenzierter".

Neben Vorträgen und Büchern dienten auch Comics, Kinderbücher oder Busse mit der Aufschrift "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott..." als Verbreitungsmedien. Statt langer Abhandlungen, die nur schwer zu verstehen sind, werden kurze Thesen vorgetragen, so Weber. Die Diskussion habe sich von der Fachwelt hinein in die Medien, besonders ins Internet, verlagert.

Jedenfalls müssten heutige Christen bereit zur Auseinandersetzung damit sein. Weber erinnerte an das Zweite Vatikanische Konzil, demzufolge die Argumente des Atheismus nicht einfach nur als falsch oder unsinnig abgetan werden könnten. "Auch wenn manche Vertreter des neuen Atheismus an einem Gespräch mit Theologen wenig interessiert sind - viele Leser ihrer Schriften wollen Antworten auf die kritischen Fragen bekommen", erklärte der Wiener Dogmatiker. Dazu bereit und fähig zu sein, sei eine Anforderung nicht nur an "theologische Profis".

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