18 November 2011, 11:16
Linzer Kirchenzeitung: Manipulation und Einseitigkeit
 
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Über 500 jugendliche Teilnehmer, zwei Bischöfe, eines der größten Jugendtreffen der Diözese: das ist der Linzer Kirchenzeitung nur achteinhalb mickrige Zeilen Bericht wert. Die anti-römische "Katholische Jugend" (KJ) wird hingegen ausgiebig gewürdigt

Linz (kath.net)
Mit mickrigen 8,5 Zeilen (Onlineversion) hat die Linzer Kirchenzeitung (LKZ) das Christkönigsfest der Loretto-Gemeinschaft und der Generation Benedikt von vergangenem Wochenende im Stift Kremsmünster gewürdigt. Mehr als 500 Jugendliche hatten teilgenommen. KATH.NET hatte berichtet.

Das Jugendtreffen gehörte damit schon allein von der Teilnehmerzahl zu den größten katholischen Jugendtreffen in der Diözese Linz der letzten Jahre und hatte sogar zwei Bischöfe angelockt.

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In derselben Ausgabe der LKZ wurden gleichzeitig etwa 30 Zeilen für einen antirömischen Werbeartikel der offiziellen “Katholischen Jugend” (KJ) verwendet, in dem diese wieder einmal Stimmung gegen Rom unter Jugendlichen schüren durfte. Eine Woche zuvor wurde in der Ausgabe 2011/45 etwa 40 Online-Zeilen für die nachträgliche Huldigung der Treffen der antirömischen Wir-sind-Kirche-Gruppierungen (Pfarrerinitiative, Laieninitiative u.a.) verwendet.

Unerwähnt blieben im Anti-Rom-Bericht der Linzer Kirchenzeitung die Beschimpfungen der Bischöfe durch Vertreter der 'Laieninitiative': „Die können brausen gehen“, hatte Herbert Kohlmaier, Mitglied der „Laieninitiative“ immerhin laut „Standard“ hinausposaunt. Doch selbst die LKZ kam nicht umhin, anzuerkennen, dass die Antirombewegungen es nicht geschafft haben, junge Menschen anzusprechen. “Sie werden mehrheitlich von älteren Leuten getragen, die um die Früchte des Konzils fürchten”, heißt es dazu.

Die LKZ fällt in den letzten Jahren in der Berichterstattung immer wieder mit Merkwürdigkeiten auf. So schrieb die Zeitung im Oktober, dass der Bischof bei einem Medientreffen behauptet habe, dass „neue Medien“ die Feindschaften im Zusammenhang mit dem Pfarrer von Kopfing vertieft haben und den Konflikt in alle Welt hinausgetragen hätten, eine Behauptung, die übrigens in keiner Tageszeitung zu lesen war. Dann brachte die LKZ ohne jeglichen Nachweis KATH.NET damit in Verbindung. KATH.NET hat Anfang November beim Linzer Bischof nachgefragt und bis heute keine Bestätigung dafür bekommen, dass dieser KATH.NET erwähnt oder gemeint hatte.

Ohne dass KATH.NET angefragt hatte, kam dann aufgrund einer Anfrage beim Bischof Anfang November eine Antwort von Matthäus Fellinger, dem Chefredakteur der LKZ. “Jede der rund 60 anwesenden Personen beim Journalistenempfang wird Ihnen die Kritik unseres Bischofs an den neuen Medien bestätigen”, behauptet dieser. Merkwürdigerweise fand sich allerdings in den KATH.NET vorliegenden Printberichten von verschiedenen Tageszeitungen nichts über die Fellingerbehauptung, auch der Bischof wollte dies trotz einer erneuten KATH.NET-Nachfrage nicht bestätigen. Fellinger meint in dem Schreiben auch, dass sich die Kirchenzeitung bemüht habe, in den Konfliktfall Kopfing Beruhigung zu bringen.

Laut ORF sprach übrigens der Linzer Bischof im Zusammenhang mit Kopfing klar von Mobbing. Wörtlich sagte Schwarz Anfang Oktober. "Aber ich habe wirklich keine Lust mehr, so oft darüber zu reden, weil ich bedaure den Pfarrer jetzt schon, wenn der über Wochen hinweg immer bombardiert wird von den Medien und den Zeitungen und immer negativ beurteilt wird. Das hält ja der stärkste Mensch nicht aus auf Dauer. Das ist ja Mobbing". Wenige Tage zuvor hatten auch Generaldechant Wild (Pfarre Traun) und Dechant Kalteins (Pfarre Andorf) öffentlich gegen Skoblicki Stimmung gemacht.

In der Linzer Kirchenzeitung war über dieses Mobbing, das vom eigenen Bischof via ORF kritisiert wurde, allerdings nichts zu lesen. Fellinger rechtfertig sich dazu so: “Über das ‚Mobbing‘ haben wir nicht mehr geschrieben, weil das ohnehin schon in allen Zeitungen gestanden war.”

Kathpedia: Bischof Ludwig Schwarz (Kontakt)


kathTube - Screenhot der jüngsten Onlineausgabe der LKZ als Vergleich: Links der Bericht über die Anti-Rom-Initiative der KJ, rechts der Minibericht über eines der größten katholischen Jugendtreffen in der Diözese Linz



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