16 November 2011, 09:16
Wien: Eindringlicher Aufruf zur Einheit der Kirchen
 
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Syrisch-orthodoxer Bischof in Österreich: "Die Uneinigkeit in der Kirche Christi war ihr größter Fehler, wir haben dadurch Konstantinopel und Antiochien verloren“ - Gottesdienst in orthodoxer Kirche vom syrisch katholischen Patriarchen geleitet

Wien (kath.net/KAP) Einen eindringlichen Aufruf zur Einheit der Kirchen formulierte der österreichische syrisch-orthodoxe Chorbischof Emanuel Aydin (siehe Foto) am Mittwochabend (9.11.) bei einem Vespergottesdienst aus Anlass des 3. "Colloquium Syriacum" in Wien.

Der Gottesdienst in der Kirche St. Efrem wurde vom syrisch-katholischen Patriarchen Ignatios Youssif III. geleitet. Alle Teilnehmer des von der Stiftung "Pro Oriente" veranstalteten dreitägigen "Colloquiums" waren anwesend.

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Chorbischof Aydin sagte wörtlich: "Die Uneinigkeit in der Kirche Christi war ihr größter Fehler. Dieser Fehler hat der Christenheit sehr geschadet. Wir haben dadurch Konstantinopel und Antiochien verloren und viele andere Städte und Länder, in denen die Apostel einst predigten."

Uneinigkeit sei nicht Gottes Wille. Dies gelte besonders heute, in einer Zeit, in der "die Flamme der negativen Säkularisierung" die ganze Welt bedrohe. Im Orient herrschten Flucht und Blutvergießen, im Westen großes Chaos in Kirche und Gesellschaft und der Verlust moralischer Werte.

Für die orientalischen Christen sei die Einheit der Kirche der größte Wunsch, die Erfüllung des Auftrags Christi, so Aydin. Gerade die Christen der syrischen Tradition müssten einen Beitrag für die Einheit der Kirche leisten, damit "die große Familie von Antiochien" wieder zusammenfinde.

St. Efrem in Wien war die erste offiziell anerkannte syrisch-orthodoxe Pfarre in Europa. Die alte katholische Lainzer Pfarrkirche wurde 1974 von Kardinal Franz König an die syrisch-orthodoxe Kirche übergeben, als die neue katholische Lainzer Kirche gebaut wurde. Heute gibt es in Wien drei syrisch-orthodoxe Gotteshäuser. Die syrisch-orthodoxe Kirche in Wien und Umgebung umfasse heute 650 Familien, die "sehr engagiert und aktiv" sind. 400 Schülerinnen und Schüler besuchten den Religionsunterricht, berichtete Chorbischof Aydin.

Er sei glücklich, Zeuge der von "Pro Oriente" initiierten "Lainzer Konsultationen" zwischen katholischen und altorientalischen Theologen gewesen zu sein, sagte Aydin. Einige dieser Begegnungen hätten mit einem Gottesdienst in St. Efrem begonnen. Ein Ergebnis der "Lainzer Konsultationen" war die im September 1971 beschlossene "Wiener Christologische Formel". Mit dieser Formel wurden Missverständnisse ausgeräumt, die 1.600 Jahre lang das Miteinander von katholischer und orthodoxer Kirche auf der einen Seite und den altorientalischen Kirchen auf der anderen Seite

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) www.keferze.de






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