04 November 2011, 08:52
Katholische Partnersuche im Internet
 
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Die Versingelung unserer Gesellschaft hat vor den Christen nicht Halt gemacht. Hohe berufliche Anforderungen, die Vaterlosigkeit, die Bindungsscheuheit, die Geschlechts- und Sexualitätsunsicherheit geben uns den Rest. Von Gudrun Kugler

Wien (kath.net) Katholik sucht Katholikin. Gar nicht so einfach. Früher war zwar nicht alles besser. Aber es war leichter, einen Ehepartner mit ähnlichen ehe- und familienfreundlichen Ansichten zu finden. Heute muss man länger suchen. Insbesondere wenn man in einem Alter ist, in dem man nicht mehr jeden Samstag Abend zehn neue Bekanntschaften schließt. Die Versingelung unserer Gesellschaft hat vor den Christen nicht Halt gemacht. Hohe berufliche Anforderungen, die Vaterlosigkeit, die Bindungsscheuheit, die Geschlechts- und Sexualitätsunsicherheit geben uns den Rest.

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Was also Katholikin und Katholik raten? Gesamtgesellschaftlich ist man den Weg ins Internet gegangen. Das hat Nachteile wie das sukzessive Kennenlernen, denn Text – Wort – Bild – persönliches Treffen liegen meist Wochen auseinander. Und Vorteile, wie zum Beispiel die geographische Unabhängigkeit, unbeobachtetes Kennenlernen und eine gezieltere Suchmöglichkeit. Jede dritte Beziehung in Deutschland startete 2010 im Internet! Und die Katholiken? Strotzen vor Vorurteilen: Pfusche ich da Gott ins Handwerk? Begebe ich mich unter mein Niveau, wenn ich mich dort „anbiete“? Ist das Internet denn nicht eigentlich nur etwas für Übrig-gebliebene?

Nein, nein und nochmals nein. Seit sechs Jahren gibt es nun kathTreff.org – eine katholische Heiratsbörse im Internet. Hunderte von Katholiken haben sich dort gefunden, geheiratet und eine christliche Familie gegründet. Ganz klar: Gott nutzt auch das Internet, auch kathTreff für Seine himmlischen Pläne! Ein Profil in einer Heiratsbörse ist kein billiges Anpreisen: Es ist ein Vorstellen, wie man sich auf einer Party, bei einem Abendessen vorstellt. Wozu die Sehnsucht nach einem Ehepartner verbergen wollen – wenn dort alle diese Sehnsucht teilen? Da darf einem kein Stein aus der Krone fallen. Und übrigens: „übrig gebliebene“ Menschen gibt es gar nicht. Denn das Leben hat viele Facetten, und die Würde des einzelnen hängt nicht vom Ehestand ab.

Pastorale, kirchliche Angebote haben Zielgruppen: Jugendliche, Familien, Pensionisten. Young Professionals – Erwachsene also, die Berufen nachgehen und Singles sind – werden oft übersehen. Seit es kathTreff gibt, gibt es auch Veranstaltungen für Singles. Gemeinsam mit der „Paduafahrt um gute Ehepartner“ organisieren wir jedes Jahr Ende Oktober einen Kongress. „Die Handschrift Gottes entdecken“ lautete das Motto dieses Jahres. Die Handschrift Gottes in meinem Leben, die Handschrift Gottes auf meinem Leib. 170 katholische Singles verschiedenster Herkunft, Berufe, Interessen, Lebensgeschichten. Drei Tage Zeit für Austausch und Gebet.

Die Fragen sind immer ähnlich: Warum hört Gott meine Gebete nicht? Woran erkenne ich, wer der richtige ist? Was, wenn ich niemanden mehr finden sollte? Welche Rolle spielen meine Verletzungen, wie können meine Verletzungen heilen. Oft sitzt die Verzweiflung tief: Wie kann ich Gott vertrauen?

Die Teilnehmer gehen bestärkt nach Hause. Sie erleben Kirche als Heimat, andere Menschen mit der gleichen Sehnsucht – und sind nicht mehr so alleine. Auch eine fröhliche Party am Samstagabend tut das ihre: Tanzen bis in die Morgenstunden braucht jeder ab und zu.

Nicht alle Fragen können beantwortet werden. Aber viele schon. Corbin und Birgit Gams führten in die Handschrift Gottes auf unserem Leib ein: die großartige Theologie des Leibes von Johannes Paul II. Weihbischof Andreas Laun und P. Michael Luxbacher halfen in der Frage, wie auf Gott vertrauen. Thomas Paul Kodyan leitete das Heilungsgebet. Woher weiß ich aber nun, wer der richtige ist? Fünf Kriterien wurden genannt: Staunend vor der Größe des anderen stehen – also in der Tiefe des Herzens vom anderen berührt sein, als erstes und wichtigstes. Können wir miteinander reden – verstehen wir uns wirklich? Reagiert der andere gütig auf meine Schwächen und kann ich mich an seiner Hand verbessern? Passen unsere Lebensentwürfe zueinander, teilen wir Werte und Überzeugungen? Haben wir genug gemeinsame Interessen? Wer diese Fragen mit Ja beantworten kann, ist vom Ja am Traualtar nicht mehr weit entfernt!

Katholikin sucht Katholik. Vielleicht sollten wir aufhören, Gottes Wirken durch Vorurteile zu blockieren. Christliche Ehen, christliche Familien sind der Sauerteig unserer Gesellschaft. Lassen wir das Internet ein Weg dorthin sein.

Texte, Termine weiterer Veranstaltungen auf www.kathTreff.org

Foto: © www.kathTreff.org







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