18 Oktober 2011, 21:00
Orthodoxer Metropolit Michael Staikos verstorben
 
Hildegard13
 
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Höchster Repräsentant der orthodoxen Kirche in Österreich starb am Dienstag nach schwerer Krebserkrankung - Letzter Besuch in Mariazell vergangenen Samstag

Wien (kath.net/KAP) Der orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos, ist am Dienstagnachmittag in Wien nach schwerer Krankheit verstorben. Der höchste Repräsentant der orthodoxen Kirche in Österreich hätte in wenigen Wochen seinen 65. Geburtstag gefeiert.

Schwere Krebserkrankung

Metropolit Staikos hatte sich vor genau einem Jahr einer Krebsoperation unterziehen müssen. In den letzten Monaten und Wochen hatte sich sein Gesundheitszustand dann wieder gebessert.

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Letzter Besuch in Mariazell

Noch am vergangenen Samstag besuchte er Mariazell und blieb lang im Gebet in der Gedächtniskapelle für Kardinal König und in der Gnadenkapelle. Metropolit Staikos war mit dem Heiligtum von Mariazell besonders verbunden. In Mariazell bereitete er sich auch auf die Feiern zum 20-Jahr-Jubiläum des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. vor, der am 22. Oktober 1991 zum Erzbischof von Konstantinopel und Patriarchen gewählt worden war.

Am Sonntag musste er wegen der plötzlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustands das Wiener AKH aufsuchen, wo er am Dienstag verstarb.

Am Dienstag vergangener Woche war er in Bratislava (Pressburg), um aus der Hand des katholischen Erzbischofs Stanislav Zvolensky eine Reliquie des Heiligen Johannes des Almosengebers (eines Patriarchen von Alexandrien im 7. Jahrhundert) in Empfang zu nehmen.

Am Freitag wurde ihm bei einer feierlichen Zeremonie in der Botschaft der Republik Ungarn in Wien die ungarische Staatsbürgerschaft verliehen; Metropolit Staikos war auch Exarch des Ökumenischen Patriarchats für Ungarn. In dieser Eigenschaft hatte er u.a. die Seelsorge für die nach Ungarn geflüchteten Verlierer des griechischen Bürgerkriegs (1946-1949) und deren Nachfahren aufgebaut.

Große Persönlichkeit der Ökumene in Österreich

Unter seiner Führung wurde die orthodoxe Kirche in Österreich zu einer wichtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Größe im Land. Bis zu 500.000 orthodoxe Christen leben mittlerweile in Österreich.

Michael Staikos wurde am 22. November 1946 in Athen geboren. Er besuchte ein katholisches Gymnasium in der griechischen Hauptstadt. Sein Theologiestudium absolvierte er an der Universität von Thessaloniki. 1964 übersiedelte er nach Wien, 1965 trat er in den Dienst der griechisch-orthodoxen Metropolie von Austria - als Sekretär und Zeremoniär des damaligen Metropoliten Tsiter.

Am 22. November 1977 wurde er in Wien zum Priester geweiht, am 12. Jänner 1986 zum Bischof. Im November 1991 wählte ihn der Heilige Synod des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel zum Metropoliten von Austria und Exarchen für Ungarn.

Staikos war als Metropolit des Ökumenischen Patriarchats der ranghöchste Repräsentant der Orthodoxie in Österreich. Im Oktober 2010 wurde unter dem Vorsitz von Metropolit Staikos die Orthodoxe Bischofskonferenz für Österreich begründet.

Auch den ökumenischen und interreligiösen Dialog in Österreich betrachtete Staikos als zentralen Auftrag. Zwei Amtsperioden hindurch (1995-2000) war er Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und war Konsultor der Stiftung "Pro Oriente". Als Legat des Ökumenischen Patriarchen hat Staikos die Kirche von Konstantinopel oft bei panorthodoxen und ökumenischen Ereignissen vertreten. Mehrere Jahre gehörte er auch dem Heiligen Synod des Ökumenischen Patriarchats an.

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Foto: (c) Diözese St. Pölten






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