04 Oktober 2011, 23:58
Wien: Uniseelsorger und Priesterdichter Stanislaus Kluz gestorben
 
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Gebürtiger Pole war eng mit Papst Johannes Paul II. verbunden, Kardinal König berief ihn 1965 in die Wiener Universitätsseelsorge

Wien (kath.net/KAP) Der mit Papst Johannes Paul II. und Kardinal Franz König eng verbundene Wiener Hochschulseelsorger und Priesterdichter Stanislaus Kluz ist tot. Der aus dem heutigen Polen stammende Geistliche ist bereits am 29. September im 97. Lebensjahr in Wien verstorben, wie die Erzdiözese Wien am Dienstag bekannt gab.

Am 3. November 1914 in der Nähe von Olmütz im damaligen Österreichisch-Schlesien geboren, wirkte Kluz nach seiner Priesterweihe 1941 als Studentenseelsorger in Breslau. Zeitgleich übte Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II., dieselbe Tätigkeit in Krakau aus. Zwischen den beiden Seelsorgern entwickelte sich eine lebenslange, tiefe Freundschaft. Gemeinsam gehörten sie u.a. in Krakau zu den Mitarbeitern der katholischen Wochenzeitschrift "Tygodnik Powszechny", in der Karol Wojtyla unter Pseudonymen Texte veröffentlicht hat.

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Verfolgt vom kommunistischen Geheimdienst musste Stanislaus Kluz Mitte der 1960er Jahre aus Polen flüchten. Die Chance dafür bot sich während des Zweiten Vatikanischen Konzils, bei dem Kluz in Rom auch den Wiener Erzbischof Kardinal Franz König kennenlernte. Der damalige Krakauer Erzbischof Wojtyla und Kardinal König vereinbarten, dass Kluz nicht nach Polen zurückkehren, sondern direkt vom Konzil nach Wien kommen solle.

König berief Kluz im März 1965 in die Wiener Universitätsseelsorge, wo er in den folgenden Jahrzehnten unermüdlich tätig war. Der Hochschulseelsorger entfaltete eine breitgefächerte seelsorgerische Tätigkeit, die ihm Zugang zu vielen jungen Menschen, aber auch Verantwortungsträgern in Politik und Gesellschaft finden ließ. Zeitlebens setzte sich Kluz, der die Schrecken des Nationalsozialismus und der kommunistischen Verfolgung erlebt hatte, besonders für die Versöhnung mit dem Volk Israel ein.

Zentrum seines Wirkens war die Kapelle der Hochschulseelsorge in der Ebendorferstraße unweit des Hauptgebäudes der Universität Wien, die auf Kluz' Initiative 1993 dem Schutz der Heiligen Edith Stein, der Mitpatronin Europas, anvertraut wurde.

Eineinhalb Jahrzehnte vor seiner Wahl zum Papst feierte auch Erzbischof Wojtyla 1965 - auf seiner Rückreise vom Konzil nach Polen - zwei Mal den Gottesdienst in der Kapelle. In den folgenden Jahrzehnten lud Kluz auch maßgebliche polnische Laien, unter ihnen Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und Außenminister Wladislaw Bartoszewski, in die Edith-Stein-Kapelle ein.

Bis 2009 feierte der Kluz in "seiner Kapelle" regelmäßig den Gottesdienst mit seinem großen Herzensanliegen: "Für ein neues Europa". Über Jahrzehnte hinweg waren diese meist zur Mittagszeit gefeierten Messen für viele Menschen Brennpunkt ihrer geistlichen und intellektuellen Entwicklung.

Neben seiner Arbeit als Seelsorger veröffentlichte Stanislaus Kluz Poesien. Seine Werke gingen oft in Form von Briefen an Freunde, unter ihnen Papst Johannes Paul II., mit dem Kluz bis zu dessen Tod 2004 in regelmäßigem Kontakt stand.

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: www.themakirche.at, © privat

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