18 August 2011, 15:50
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Kardinal Schönborn bei Katechese: “Deutschland ist das Musterland der kritischen Katechese und da ist sehr viel kaputt gemacht worden” – Vorher fast Jugendaufstand nach Ruhe-Übung einer Pastoralassistentin - UPDATE: Das Schönborn-Interview

Madrid (kath.net/rn)
“Katechese, Katechese, Katechese!” Fast kam es zum Aufstand von Jugendlichen, während sie auf die Katechese von Christoph Kardinal Schönborn warteten. Die etwa zweitausend Jugendlichen hatten sich in einer Madrider Pfarrei versammelt. Vor der mit Interesse erwarteten Glaubensunterweisung sorgte jedoch eine deutsche Pastoralassistentin für Unmut unter den Jugendlichen, als sie merkwürdige gruppendynamische Übungen mit den Jugendlichen machen wollte. Viele Jugendlichen verweigerten die Teilnahme. Am Ende kam es zu lauten Appellen und fast eine Minute lang riefen die Jugendlichen dann “Katechese, Katechese, Katechese!”. Im Gespräch mit KATH.NET zeigten sich etliche Jugendliche entsetzt über diese schamanenhaften “Übungen”. “Schamanenkulte sollten doch in der Kirche schon überwunden sein”, meinte Florian, ein Teilnehmer der Katechese. Andere Jugendlichen sprachen von “Schande” und “Skandal”.

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Schönborn erzählte im Rahmen der Katechese dann, dass das Christentum keine Lehre sei, sondern eine Person. Natürlich gebe es auch eine Lehre über diesen Jemand. Es sei gut, wenn wir sie kennen. Der Wiener Kardinal erinnerte dann erneut an den YOUCAT und die darin beschriebenen Glaubenssätze: “Wenn in den Medien die Rede von Dogma ist, dann fallen die Scheuklappen herunter. Ich möchte euch sagen: Das Dogma ist genau das Gegenteil. Die großen Lehrsätze der Kirche sind wie Fenster. Die Welt sieht ganz anders aus, wenn ich in ihr die Spuren des Schöpfers sehen kann”.

Dann stellte der Kardinal die Frage, was wir denn tun können, dass der Boden bereitet wird, dass Glaube aufbrechen könne. Das wichtigste sei das Zeugnis, erklärte der Kardinal.

Schönborn äußerte Kritik an der Bibelexegese im deutschsprachigen Raum. Wörtlich sagte er: “Deutschland ist das Musterland der kritischen Katechese, und da ist sehr viel kaputt gemacht worden. Habt Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Evangeliums, das ist wirklich Jesus und nicht irgendwelche Theorien”. Es sei “ganz wichtig”, dass wir uns auch um “historische Erkenntnisse” bemühten. Es sei hilfreich zu wissen, wie die Zeit damals war, aber „habt Vertrauen, ich kann euch das garantieren sogar mit Stempelmarke und Unterschrift“. Die Wunder, die im Evangelium berichtet werden, seien “glaubwürdig und zuverlässig” . Diese seien “100fach in der ganzen Kirchengeschichte”. “Ihr dürft dem Evangelium vertrauen. Das ist deshalb so wichtig, weil wir Jesus begegnen wollen. Auf ihn hören, ihn sehen. Da muss ich ihn kennen”, so Schönborn.

Der Wiener Kardinal appellierte an seine jungen Zuhörer, sich um die Tugenden zu bemühen. “Es ist sehr viel angenehmer, mit tugendhaften Menschen zusammen zu leben als mit lasterhaften Menschen.” Weltjugendtage seien ein guter Trainingsort für die einfachen Tugenden des Alltags. “Wer sich auf die Freundschaft mit Jesus einlässt, der lässt sich auf etwas Großes, etwas Schönes ein, aber er wird auch kämpfen müssen“.

Zum Abschluss erinnerte Schönborn die Jugend an die Beichte. “Ich möchte euch etwas sagen, was im deutschen Sprachraum ein bisschen ein Fremdwort geworden ist. Jesus hat ein wunderbares Geschenk hinterlassen, ein Ostergeschenk. Wir können die Erfahrung der Auferstehung machen. Die Beichte, das Bußsakrament ist ein wunderbares Geschenk, damit wir die Erfahrung der Auferstehung machen.”

Im Rahmen einer Fragestunde gab der Kardinal dann bei einer Zölibatsfrage eine bemerkenswerte Antwort. Er stellte klar, dass er entschieden für die Beibehaltung des Zölibats für Priester in der Kirche bleibe. “Ich habe auch einen ganz einfachen Grund dafür: Jesus hat für sich diese Lebensform gewählt. Ich glaube, es ist richtig, es ist sinnvoll, dass die römisch-katholischen Priester in dieser Weise Jesus nachfolgen. Ich weiß, es ist nicht einfach. Ich sage manchmal zu Jesus: Du bist wahrer Mensch. Du bist Mann, Du bist als Mann auf die Welt gekommen, als jüdischer Mann. Du bist Mann gewesen, auch in Deiner Sexualität. Herr, zeige mir, wie hast Du das gelebt? Ich kenne keinen Menschen, der einen so tiefen und so wunderbaren Umgang mit Menschen gehabt hat, auch mit Frauen, wie Jesus.” Bei der Frage eines Jugendlichen, was er denn einem Menschen am Sterbebett sagen würde, sagte Schönborn: “Andreas, jetzt beginnt das Leben!”.

Zur Frage, wie die Jugendlichen Zuhause den Glauben leben können, meinte Schönborn: “Ihr seid nicht die letzten Mohikaner, ihr seid keine aussterbende Spezies. Ihr seid die Träger einer großen Hoffnung für die Welt: Jesus Christus”.

Für unglaublichen Applaus sorgte am Ende eine Jugendliche, die zu Schönborn sagte, dass sie durch seine Worte sehr ermutigt worden sei und beschlossen habe, sich jetzt taufen zu lassen: “Ich bin noch nicht getauft, ich möchte mich jetzt taufen lassen”. Schönborn zu ihr: “Durch die Taufe lebt Jesus in Dir!”.


KathTube: kath.net-Exklusiv-Interview mit KARDINAL SCHÖNBORN





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Blog vom Bistum Regensburg

Blog von P. Thomas Gögele LC

Blog von Bischof Klaus Küng

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