18 August 2011, 11:30
Der Weltjugendtag und die Welt der Medien: ein Versagen
 
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Nur die Kirche vermag Hunderttausende von Jugendlichen in Frieden zu versammeln. Kein anderer geistlicher ‚Leader’, keine politische Partei, keine andere Person genießt so viel Achtung wie der Papst. Und dennoch: großes Schweigen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Hunderttausende von Jugendlichen feiern gemeinsam mit dem Kardinalerzbischof von Madrid Antonio María Rouco Varela die heilige Messe. Lange Schlangen stehen vor Anbetungszelten, Anbetungskirchen und Anbetungskapellen. Wieder beeindruckt die große Zahl von Menschen, die das oft so vergessene Sakrament der Versöhnung suchen. Wie ein großer Segelschiffhafen mutet der Parque del Retiro mit seinen 100 weißen Beichtstühlen an, und das Wort „Hafen“ trifft wohl das Bedürfnis vieler, die einen Ort brauchen, um nach langen Mühen wieder anlegen zu können.

Doch all das scheint keinen Nachrichtenwert zu haben. Das Schweigen der Hauptmedien ist laut. Was während der vergangenen Tage betont wurde, waren die unvermeidlichen Zwischenfälle: manchmal schlechte Organisation, schlechte Betreuung, technische Mängel bei Veranstaltungen. Am Mittwochabend gingen die Bilder um die Welt, die ein von der Polizei geschlichtetes Aufeinandertreffen der in Madrid auch gegen den Papst, den Papstbesuch und die angeblich damit verbundenen Kosten protestierenden „Indignados“ (Empörten) mit den Weltjugendtagspilgern zeigten, als sie am Ende einer Demonstration versuchten, die Plaza Puerta del Sol zu besetzen. Wenige Hunderte provozierten die jugendlichen Pilger, bis diese von der Polizei eingeladen wurden, den Platz zu verlassen. „Verschwindet“, „Schämt euch“, „Ihr seid nicht willkommen“ wurden sie an einem der belagerten Ausgänge der U-Bahn angeschrien. „Keinen Cent von meinen Steuern für den Papst“ war das Thema der Demonstration mit Spruchbändern, die nicht gerade von großer Intelligenz zeugten: „Schließt den Vatikan, Guantanamo des Hirns“, "Papst oder Kalif – alleine soll er für seine Ausgaben aufkommen“, „Wie viel sollen wir für euren Glauben zahlen?“.

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Großes Polizeiaufgebot: das ist eine Nachricht wert, nicht die „Anderen“, jene Jugend der Welt, die nicht mit Steinen wirft oder randalierend durch die Städte zieht. Sie scheint es nicht zu verdienen, als etwas Wahres, Wichtiges, Tragendes wahrgenommen zu werden. Diese Jugendlichen sind ja auch "exotisch". Sie freuen sich wie alle, haben ähnliche Interessen, ähnliche Nöte, und doch verschwinden sie dann einfach plötzlich und ziehen sich in Kirchen zurück, reden trotz aller Sprachunterschiede miteinander, hören zu, beten miteinander. Auch sie „provozieren“, aber anders.

Es kann nur verwundern, dass so viele Medien da einfach nicht hinblicken und ein derart außerordentliches Ereignis nicht bemerken, es nicht so erzählen, wie es ist, und sich damit ihrer Verantwortung entziehen. Und jetzt kommt der Papst, der gerade einmal 79 Stunden mit „seinen“ Jugendlichen verbringen wird, deren Gesicht als „Generation Benedikt“ immer deutlichere Konturen annimmt.

4.700 Journalisten aus aller Welt erwarten ihn, die Medienshow wird beginnen. Haare in der Suppe werden gesucht werden, die klischeehafte Rede von der „Überraschung“, die die Anwesenheit Benedikts XVI. mit sich bringt, bleibt wohl abzuwarten. Benedikt XVI. jedoch wird sich nur um eines kümmern: die vielen jungen Menschen im Durchschnittsalter von 22 Jahren im Glauben zu stärken und diesen Glauben in seinen Wurzeln zu entwickeln.

Dass all diese Jugendlichen zu einem alten Mann kommen, der ihnen die Schönheit des Glaubens zeigen will, aber auch Unbequemes sagt, dass sie ihm trauen, mehr als allen anderen, vielleicht sogar mehr als sich selbst, das sollte zu denken geben und verhindern, dass sie in den Hintergrund treten. Ein derart einzigartiges, „komisches“, so ganz dem Kanon der Welt widersprechendes Ereignis zu erzählen, sollte eigentlich eine journalistische Herausforderung sein.

Der Papst und die Jugend: sie sind untrennbar. Der selige Johannes Paul II. hatte diese große Einsicht, und sein Nachfolger hat dies fortgesetzt und die Jugend der Welt, der ganzen Welt, ohne Unterschiede, ohne mit einem Stock zu fuchteln oder leere Erwartungen zu schüren, bei der Hand genommen, die sie ihm freiwillig ausgestreckt hat, weil er der Stellvertreter Christi auf Erden, der Heilige Vater, der Nachfolger des Apostels Petrus ist und die Kirche durch die schwere Zeit führt, die sie in ihrem Inneren und in der Welt lebt. Ubi Petrus, ibi Ecclesia.


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