15 August 2011, 08:22
TV-Pfarrer Fliege verteidigt seine 'Fliege Essenz'
 
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Hatte EKD-Ratsvorsitzender für esoterisch-christliche Tagung zugesagt?

Tutzing (kath.net/idea) Der evangelische Theologe und TV-Pfarrer Jürgen Fliege (Tutzing am Starnberger See) steht für den Verkauf seiner „Fliege Essenz“ und die Ausrichtung einer Tagung in der Kritik, bei der Geistheiler auftreten. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ (Berlin) und auf seiner Website verteidigt Fliege seine Aktivitäten. Auf seiner Website wirbt der TV-Pfarrer für die „Fliege Essenz“ (95 Milliliter für 39,95 Euro) mit dem Hinweis, dass er über sie gebetet und seine Hände aufgelegt habe. Dazu erläuterte er gegenüber „Bild am Sonntag“ (Ausgabe vom 14. August): „Ich lege meine Hände auf die Maschine, in der die Essenz hergestellt wird. Ich spreche das Vaterunser und 1. Korinther 13.“ Ähnliches würden andere Männer Gottes auch machen: „Der katholische Priester verwandelt mit Beten Leitungswasser in Weihwasser.“ Ein Mensch, der diese Essenz kaufe, sei wahrscheinlich einsam. Wenn er sich dreimal täglich bei der Einnahme der Essenz sage „Ich liebe, ich glaube, ich will zuversichtlich sein“, wirke sie wie eine Meditation oder Selbsthypnose.

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Fliege: „Jesus ist als Heiler bekannt geworden“

Gegenüber der Zeitung ging Fliege auf die Kritik am „Wörishofener Herbst“ ein, einem fünftägigen Kongress im Allgäu, den sein Verlag vom 28. Oktober bis 1. November zum dritten Mal veranstaltet. Im Programm werden auch Geistheiler, ein Schamane und Frauen, die angeblich in Kontakt mit Engeln stehen, als Mitwirkende angekündigt. Bei seinem Kongress würden Handaufleger auftreten, weil dies eine uralte christliche Tradition sei, sagte Fliege. Der TV-Pfarrer weiter: „Jesus ist als Heiler, als Handaufleger bekannt geworden. Das Auseinanderfallen von Spiritualität und Medizin ist eine Katastrophe.“ Den Kongress hatte unter anderen der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Reinhard Hempelmann (Berlin), kritisiert. „Kirchliche Aktualitätssicherung durch Aufnahme esoterischer Angebote setzt falsche Akzente. Wer als ordinierter Geistlicher öffentlich auftritt, sollte sich auch den Aufgaben religiöser Aufklärung und einer kritischen Auseinandersetzung mit esoterischer Spiritualität verpflichtet wissen“, sagte Hempelmann.
Hatte der EKD-Ratsvorsitzende für Fliege-Kongress zugesagt?

Im Programm des Kongresses „Wörishofener Herbst“ wird die Mitwirkung des EKD-Ratsvorsitzenden und Präses der rheinischen Kirche, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), angekündigt. Dazu hatte der Pressesprecher der rheinischen Kirche, Jens Peter Iven (Düsseldorf), gegenüber idea mitgeteilt: Es habe zwar eine Anfrage von Fliege gegeben, „der Präses hat die Einladung aber nicht angenommen“, so Iven. Auf seiner Internetseite verbreitet Fliege nun eine Pressemeldung mit der Überschrift „Nikolaus Schneider wollte doch nach Wörishofen“. Fliege bezieht sich darin auf eine E-Mail, die er am 12. August vom EKD-Ratsvorsitzenden erhalten habe. Darin hätte Schneider seine ursprüngliche Zusage zum Kongress in Bad Wörishofen bestätigt, die er allerdings „wegen Terminproblemen um die Verleihung der Luthermedaille herum“ absagen müsse. Laut Fliege schreibt Schneider in der E-Mail auch, sein Pressesprecher wisse, „dass ich bei aller schwierigen Vergangenheit einen respektvollen Ton der EKD Dir gegenüber wünsche. Und er weiß auch, dass ich zu Dir stehe“. Eine kirchliche Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten.







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