08 August 2011, 08:05
Vorwurf: TV-Pfarrer Fliege macht Geschäfte mit Esoterik
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Esoterik'
Der Theologe verkauft eine „Fliege-Essenz“, über der er gebetet hat

Berlin/Hamburg (kath.net/idea) Heftige Kritik ist an dem TV-Pfarrer Jürgen Fliege laut geworden. Laut „Bild am Sonntag“ (Berlin) ist der evangelische Theologe im Esoterik-Geschäft „sehr aktiv“. Er verkaufe die „Fliege-Essenz“ (95 Milliliter für 39,95 Euro). Auf der Internetseite von Fliege heißt es dazu: „Ich habe über sie gebetet wie über Weihwasser. Ich habe immer wieder meine Hände aufgelegt, um den Trost und die Kraft in die Essenz zu senden. Sie soll ein Segen sein.“ Die Zeitung fragt: „Hat Herr Fliege einen an der Klatsche?“

Werbung
christenverfolgung


Die Sekten-Expertin Ursula Caberta (Hamburg) hat eine andere Vermutung: „Mit Esoterik lässt sich sehr viel Geld machen.“ Nach Cabertas Ansicht scheint Fliege seine Prominenz auch zu nutzen, „um die Esoterik-Scharlatane hoffähig zu machen, ihnen einen Anstrich von Seriosität zu geben“. Die 61-Jährige hat im Juli das „Schwarzbuch Esoterik“ veröffentlicht, in dem sie dubiose Geschäfte der Esoterik-Branche beschreibt.

Laut „Bild am Sonntag“ klingelt Flieges Kasse auch beim „Wörishofener Herbst“, einem fünftägigen Kongress im Allgäu, den sein Verlag vom 28. Oktober bis 1. November zum dritten Mal veranstaltet und den Fliege als „spirituelles Woodstock“ bezeichnet. Im Programm als Mitwirkende angekündigt sind unter anderen Geistheiler, Frauen, die angeblich in Kontakt mit Engeln stehen, ein Schamane und der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf).

Er werde mit Fliege darüber reden, „warum das Christentum eine therapeutische Religion ist, die sich der Ehrfurcht vor dem Leben verpflichtet weiß“, heißt es. Der Eintritt zum Kongress beträgt 210 Euro pro Person.

Scientology-Mitglied als Geschäftspartner?

„Bild am Sonntag“ zufolge ist unter den Geschäftspartnern von Fliege auch der Österreicher Wilhelm Mohorn, der Scientology angehöre, einer „Sekte“, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Mohorn sei Chef der Firma Aquapol, für die Fliege werbe. Das Unternehmen biete einen „Esoterik-Raumtrockner“ zum Preis von 4.000 Euro an. Dieses Gerät sende angeblich Kraftfelder aus, die Feuchtmoleküle im Mauerwerk umpolten und zurück ins Erdreich schickten. Wissenschaftler hielten das für „Unsinn“, so die Zeitung.

Fliege empfehle das Gerät in seinen Sendungen auch Zuschauern, die Schimmel in der Wohnung hätten. Dazu Sekten-Expertin Caberta: „Herr Fliege gefährdet mit solchen Empfehlungen die Gesundheit anderer Menschen.“ Der Theologe wollte laut „Bild am Sonntag“ bis Redaktionsschluss nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Einen andern Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist: Jesus (74)

Deutschland: Zahl der Kirchenaustritte steigt um 29 Prozent (49)

Möchte Bischof Kräutler eine "amazonisch-katholische" Sekte? (44)

„Seenotrettung im Mittelmeer: nicht Seenotrettung, sondern Migration“ (44)

Ex-Chefredakteur des ‚Catholic Herald’: Amazonien-Synode absagen (39)

Rackete: "Asyl kennt keine Grenze!" (35)

P. Martin SJ: Papst hat viele ‚pro-LGBT’ Kardinäle, Bischöfe ernannt (34)

„Wer meint, dass die DBK einen Sonderweg gehen müsse, der irrt“ (33)

Wahrheitssuche in der Kirchenkrise (32)

Thema "Messstipendien" im Pfarrblatt (27)

Klimahysterie pur - Keine Kinder mehr! (24)

„Wie sagt man nochmal ‚römische Zentralisierung‘ auf theologisch?“ (19)

„Warum man den Islam nicht kritisieren darf, es aber durchaus sollte…“ (18)

Ökumenische Eucharistiefeier – ein Gedanke von epochaler Dummheit (17)

"Wir wollen unschuldig sein" (17)