02 August 2011, 16:45
Wenn der Ehemann per Gesetz das Recht hat, seine Frau zu schlagen
 
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4. August: Bundesstart des Films „Im Bazar der Geschlechter – Die sexuelle Revolution unter dem Schleier“ - Gesellschaft für Menschenrechte kritisiert Diskriminierung von Frauen in der Islamischen Republik Iran

Frankfurt am Main (kath.net/pm/red)
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert heftig die „unerträgliche Diskriminierung von Frauen“ nach dem Scharia-Eherecht der Islamischen Republik Iran. Anlass ist der 4. August, der bundesweite Start des Films „Im Bazar der Ge-schlechter – Die sexuelle Revolution unter dem Schleier“ der iranisch-österreichischen Regisseurin Sudabeh Mortezai zum Thema „Zeitehe“. Die IGFM mahnt die Bundesregierung, die vertraglichen Menschenrechtsverpflichtungen, die der Iran eingegangen ist und die jede Diskriminierung verbie-ten, wirksam einzufordern.

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In der Islamischen Republik Iran existiert keine Zivilehe, sondern ausschließlich religiöses Eherecht. Frauen sind durch das islamische Recht jedoch hochgradig benachteiligt, unterstreicht die IGFM: Frauen würden beinahe immer einen „Vormund“ benötigen, der Ehemann habe per Gesetz das „Recht“, seine Frau zu schlagen, er habe das „Recht“ sexuellen Gehorsam zu erzwingen, er könne jederzeit seine Frau ohne dauerhafte Unterhaltsansprüche verstoßen und erhalte immer das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder, wenn er dies wünscht.

Besonderheit „Zeitehe“
Das schiitisch-islamische Recht kennt darüber hinaus noch die sogenannte „Zeitehe“ oder „Genussehe“ (Mut’a), die von den meisten sunnitischen Theologen als religiös verbrämte Prostitution gebranntmarkt wird. Diese „Ehe“ ist von vornherein auf Zeit oder eine bestimmte Zahl sexueller Kontakte angelegt, für die ein fester Betrag vereinbart wird. Ein Geistlicher oder Trauzeugen sind nicht notwendig, die Frau hat keinerlei Anspruch auf Unterkunft oder Versorgung.

Missbrauch weiblicher Gefangener
Der IGFM liegen Berichte vor, nach denen in Gefängnissen der Islamischen Republik unverheiratete Frauen mit Gewalt zu „Zeitehen“ gezwungen wurden. Die Opfer würden danach von „Wächtern der Islamischen Re-volution“ (Pasdaran) missbraucht. Da nach islamischer Rechtsauffassung der Ehemann ein „Recht“ am Körper seiner Frau hat, kann es nach dieser Sichtweise eine Vergewaltigung in der Ehe gar nicht geben. Die IGFM weist darauf hin, dass in iranischen Gefängnissen muslimische Geistliche solche Ehen geschlossen haben.

Die Islamwissenschaftlerin Prof. Christine Schirrmacher erläuterte für die IGFM: „Der Film ‚Im Bazar der Geschlechter’ erlaubt dem Zuschauer einen erschütternden Einblick in die sozialen Nöte der iranischen Gesell-schaft. Eine große Not für die Betroffenen ist die Zeitehe, die auf religiösen Komponenten ruht, auf dem Fak-tor der Armut, auf der vielfachen Unmöglichkeit einer dauerhaften Eheschließung für viele Männer, aber auch auf den zahlreichen staatlich-legislativen Regularien zur Begegnung der Geschlechter. Dadurch, dass der Film sich jeglicher Kommentare von außen enthält und ausschließlich die Protagonisten selbst sprechen lässt, prallt der Betrachter auf eine Realität jenseits aller offiziellen Verlautbarungen von einer Gesellschaft, die in völliger Übereinstimmung mit der Scharia existiert.“




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