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Die Arroganz des Jesuitenpaters Mertes

29. Juli 2011 in Deutschland, 27 Lesermeinungen
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'Mertes praktiziert nach der bekannten Mode 'Haltet den Dieb' das, was er kritisiert: Pöbelei und Frechheit.' Ein Gastkommentar von Prof. Hubert Gindert / Forum Deutscher Katholiken


Fulda (kath.net) „Mertes kritisiert Diskussionskultur“ ist eine Nachricht in der Tagespost (26.7.2011, Seite 4) überschrieben. Dort heißt es: „Jesuitenpater Klaus Mertes beklagt ein zunehmend aggressives Diskussionsklima in Teilen der katholischen Kirche. Es gebe mittlerweile einen 'Kreis von pöbelnden Dunkelkatholiken', der jede Kritik als illoyal abkanzle und von führenden Kreisen geschützt werde. Vertreter der Amtskirche verhielten sich gegenüber dieser 'lauten, selbstgerechten Minderheit' zu nachgiebig, 'aus Angst davor, selbst beschimpft zu werden'. Zu oft werde 'von oben' schweigend zugeschaut, wie 'einige Leute in der Kirche andere immer frecher überfallen mit dem Vorwurf, sie würden die Kirche spalten, insbesondere dann, wenn sie sich in Verbänden, Gremien oder gar im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken engagieren'.“

Was Mertes, da von sich gibt, verschlägt einem fast die Sprache. „Deine Sprache verrät dich ja“, könnte man erwidern. Mit „Diskussionskultur“ hat dies wenig zu tun. Seine Auslassungen sind weder ein Beitrag zur „Kultur“ noch zur „Diskussion“.


Mertes praktiziert nach der bekannten Mode: „Haltet den Dieb“, das, was er kritisiert: Pöbelei und Frechheit. Er tut dies in der modisch gewordenen Masche des „zornigen“ Wutbürgers. Es ist durchaus verständlich, dass der Jesuitenpater verärgert ist, weil Katholiken feststellen, dass sie auch Rechte in der Kirche haben und zunehmend nicht mehr bereit sind, alles hinzunehmen: Illoyalität in allen Formen, wofür einige Jesuiten beispielgebend sind: Formen der Eucharistiefeier und andere Gottesdienste, die den Normen der Kirche Hohn sprechen, Religionsunterricht und Katechesen, in denen der Glaube nicht im Sinne der Kirche erläutert und den Menschen nahe gebracht wird, sondern worin fundamentale Glaubensaussagen in Frage gestellt werden. Die Reihe der begründeten Beschwerden ließe sich fortsetzen. Im Übrigen ist berechtigte Kritik nicht illoyal sondern loyal. Die dialektische Verdrehung der Begriffe bei Mertes ist durchsichtig und sie ist zu entlarven.

Eine weitere unhaltbare und pauschale Behauptung von Mertes ist, man würde denen, die sich in Verbänden, Gremien und im ZDK engagieren, vorwerfen, sie würden die Kirche spalten. Es geht nicht um das Engagement, sondern um Beschlüsse und Forderungen, die sich eindeutig gegen die Lehre der Kirche und gegen das oberste Lehramt des Papstes richten. Auch hier kann man eine lange Reihe entsprechender Forderungen auflisten, angefangen von „Donum Vitae“, dem Diakonat und der Priesterweihe für Frauen, Gleichstellung verschiedener Formen der Sexualität, Predigt von Pastoralassistenten in einer Eucharistiefeier, Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete etc. etc..

Es ist auch noch anzumerken, dass es keine „Amtskirche“ gibt, sowenig es eine Kirche der Männer, der Frauen, der Jugend oder der Kinder gibt, sondern nur die eine Kirche Jesu Christi, in der alle Kleriker und Laien vereint sind.

Schließlich wird nicht „von oben“ Kritik hingenommen. Die Bischöfe wissen nur zu genau, wo und wann die Kritik „von unten“, d.h. von der „lauten, selbstgerechten Minderheit“ nur zu berechtigt ist.

Der Jesuit Mertes erhofft sich vom Deutschlandbesuch „ein Zugehen“ des Papstes“. Ist es nicht genau umgekehrt. Die Katholische Kirche in Deutschland sollte zuerst auf den Papst hinhören und auf ihn zugehen. Hier zeigt sich noch einmal die Arroganz dieses Jesuiten, der sich offensichtlich weit von seinem Versprechen weg bewegt hat, das er einmal beim Ordenseintritt abgegeben hat. Aber das Bild, das manche Jesuiten von einem Orden mit einer großen Vergangenheit bieten, ist heute nur mehr ein bedauernswertes Abbild des Zeitgeistes.



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