25 Juli 2011, 09:28
Pfarrer verbrennt Teile der Bibel
 
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Anglikanischer Theologe aus Wales entfernt "grausame" Passagen. Doch diese Bibelverbrennung hat kaum Aufsehen erregt.

Bangor (kath.net/idea) Dieses Mal war es ein kein Koran, den ein Pfarrer verbrannt hat, sondern Teile der Bibel. Während schon die Ankündigung einer Verbrennung des Heiligen Buchs der Muslime weltweit Empörung, Proteste und gewalttätige Racheaktionen ausgelöst hat, hat die Bibelverbrennung in Wales kaum über die Grenzen dieses Teils Großbritanniens hinaus Aufsehen erregt.

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Initiator war der anglikanische Pfarrer Geraint ap Iorwerth (Pennal/Westwales), und sein Anlass war das 400-jährige Bestehen der King-James-Bibel. Bis heute zählt das Werk, das König Jakob I. von England (1566-1625) erstellen ließ, zu den am weitesten verbreiteten Übersetzungen der Heiligen Schrift im englischen Sprachraum. Laut Iorwerth darf die literarische Qualität der Übersetzung nicht davon ablenken, dass einige Bibeltexte einen grausamen und abstoßenden Gott darstellten. Diese Passagen hat er ausgeschnitten und im Rahmen einer „Kunstaktion“ im Ort Machynlleth verbrannt. Dort sei sein künstlerisches Anliegen verstanden worden, sagte der Geistliche der Rundfunkanstalt BBC.

„Schandmauer“ mit Bibelversen

Anders bei seinen kirchlichen Vorgesetzten: Der Bischof von Bangor, Andy John, will eine Untersuchung des Vorfalls einleiten, denn dieser könne die religiösen Gefühle vieler Christen verletzt haben. Der Bischof räumt ein, dass es in der Bibel Stellen gebe, mit deren Verständnis heutige Leser ringen müssten. Aber Christen dürften nicht das aus der Bibel herausschneiden, was ihnen missfalle. Oft seien gerade diese Texte die herausforderndsten. Iorwerth erwiderte, er fühle sich verletzt dadurch, dass Menschen glauben könnten, er diene einem so grausamen Gott, und er halte alle Worte der King-James-Bibel für „heilige Wahrheit“. Er will eine „Schandmauer“ mit gewalttätigen Bibeltexten errichten.

Der Pfarrer: „Meine Version von Gott ist Jesus – nämlich Nächstenliebe und bedingungslose Liebe in Person.“ Von den knapp drei Millionen Einwohnern von Wales bezeichnen sich etwa 72 Prozent als Christen. Anders als in England sind dort nicht die Anglikaner, sondern Freikirchen – etwa Reformierte, Baptisten, Methodisten - stark vertreten. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte Wales eine geistliche Erweckung.

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