02 Juli 2011, 12:00
Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin ernannt
 
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Der Kölner Weihbischof und langjährige Sekretär von Kard. Meisner wird Erzbischof von Berlin - Woelki in Interview: "Wir werden ein Entscheidungschristentum in Deutschland haben." kathTube: Woelki-Interview. UPDATE: Erklärung von Kard. Meisner

Köln (kath.net)
Der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki ist zum Erzbischof von Berlin ernannt worden. Dies teilte der Vatikan am Samstag um 12.00 Uhr mit. Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln geboren. Er studierte in Bonn und Freiburg Theologie. Am 14. Juni 1985 erfolgte die Priesterweihe in Köln. Nach verschiedenen seelsorgerlichen Aufgaben war er von 1990 bis 1997 Kaplan und Sekretär von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Von 1997 bis 2003 war er Direktor des Collegium Albertinum in Bonn. Am 30. März 2003 wurde er zum Weihbischof geweiht und Titularbischof von Scampa/Albanien.

In einem Interview mit der Kirchenzeitung der Erzbistum Köln aus dem Jahr 2010 meinte der designierte Erzbischof damals auf die Frage, ob er es sich denn vorgestellt hätte, dass sein Weg so verlaufen könnte, wie er bislang verlaufen sei: "Einen solchen Weg plant man nicht. Ich bin Priester geworden, um als ganz normaler Pastor mit Jugendlichen zu arbeiten und ein Leben mit einer Gemeinde zu leben. Dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist, war Gottes Wille. Ich habe mich bis heute zu keiner Aufgabe gedrängt. Doch ich habe mich stets bemüht, all die Dienste, die ich zu erfüllen hatte und habe, als priesterlichen und seelsorglichen Dienst zu sehen."

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Woelki stellte damals auch klar, dass der Bischof unter dem Wort Gottes stehe. "Er hat nicht sich selbst oder seine Ideen zu verwirklichen und er steht auch nicht über den Gläubigen. Der Bischof hat sich Christus zur Verfügung zu stellen, damit Christus die Kirche leiten kann", betonte er. Für ihn ist auch klar, dass die Christen weniger werden und die Säkularisierung voranschreitet. "Wir kommen jetzt immer mehr in eine Situation, die evangeliengemäß ist und in der deutlich wird, dass es keine Selbstverständlichkeit mehr ist, als Christ zu leben. Wir stehen vor der großen Herausforderung, das Evangelium neu auszusäen."

Auf die Frage wie die Kirche im Jahr 2035 aussehen werde, meinte der Bischof Woelki: "Wir werden dann ein ganz entschiedenes Christentum leben. Das, was jetzt noch Fassade ist, wird dann weggebrochen sein. Wir werden ein Entscheidungschristentum in Deutschland haben. Die Kirche wird sich auf das Wesentliche zurückführen lassen müssen. Das ist ein großer Prozess, den der Herr schon jetzt begonnen hat einzuleiten. Ich bin davon überzeugt, dass es Gemeinschaften des Glaubens geben wird, die aus einer tiefen Christus- und Gottesfreundschaft heraus den gemeindlichen Alltag und den Lebensalltag der Menschen gestalten. So werden wir auch eine neue Attraktivität für all diejenigen bekommen, die nach Sinn, Halt und Ordnung suchen".


UPDATE: kath.net dokumentiert die Erklärung des Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner, zur Ernennung von Weihbischof Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin in voller Länge:

Unser Heiliger Vater Papst Benedikt XVI. hat heute unseren Kölner Weihbischof Dr. Rainer Maria Woelki zum Erzbischof von Berlin ernannt. Diese Nachricht habe ich mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge zur Kenntnis genommen.

Natürlich freue ich mich sehr über das große Vertrauen, das der Heilige Vater damit unserem Weihbischof Dr. Rainer Maria Woelki gegenüber ausdrückt. Sein tiefer Christusglaube, seine vielfachen Begabungen und seine reichen Seelsorgserfahrungen auf vielen Gebieten des kirchlichen Lebens werden ihm helfen, sich schnell und kompetent in Berlin einzuarbeiten. Gottes Wege sind unerforschlich. Die Heilige Schrift wird nicht müde zu betonen, dass er alles gut macht.

Das weinende Auge blickt nun in eine große Lücke, die der ernannte Erzbischof in Köln hinterlässt. Weihbischof Dr. Woelki hatte mit großer Kraft und Klugheit den Pastoralbezirk Nord betreut und war darüber hinaus Bischofsvikar für den Aufgabenbereich Ständiger Diakonat. Dabei konnte ich mich auf seine Arbeit absolut verlassen. Zuverlässigkeit, Genauigkeit und theologische Kompetenz zeichneten seinen Dienst in den ihm übertragenen Aufgabengebieten aus.

Nun wird er vom Rhein an die Spree ziehen. Es werden ihn unsere vielen Segenswünsche, Gebete und unser Wohlwollen begleiten. Er wird unsere geistliche Solidarität für seine neue Aufgabe brauchen.

Wir danken ihm und werden ihn in einer angemessenen Weise von Köln verabschieden.

Köln, den 2. Juli 2011

+ Joachim Kardinal Meisner
Erzbischof von Köln


kathTube: Auf´m Klappstuhl! Interview mit Bischof Dr. Rainer Woelki






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