26 Juni 2011, 12:29
Die Eucharistie – das pochende Herz der Kirche
 
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Benedikt XVI.: Die Eucharistie ist das Heilmittel der Intelligenz und das Gegenmittel zum Individualismus, um den Geschmack der Wahrheit und des Gemeinwohls wiederzufinden. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Eucharistie ist das Heilmittel der Intelligenz und das Gegenmittel zum Individualismus, um den Geschmack der Wahrheit und des Gemeinwohls wiederzufinden. Mit diesen wirksamen Bildern zu einem wesentlichen Inhalt des katholischen Glaubens wandte sich Papst Benedikt XVI. vor dem traditionellen Gebet des Angelus an die zehntausenden von Pilgern auf dem Petersplatz.

Der Papst erinnerte daran, dass in Italien und weiteren Ländern das Fronleichnamsfest am heutigen Sonntag gefeiert wird, und nahm dies zum Anlass, die Wichtigkeit des Sakraments der Eucharistie zu betonen. In einer immer individualistischeren Kultur wie jener der westlichen Gesellschaften, die dazu tendiere, sich in der Welt zu verbreiten, „bildet die Eucharistie eine Art ‚Gegenmittel’, das im Geist und im Herzen der Gläubigen wirkt und ständig in ihnen die Logik der Gemeinschaft, des Dienstes, des Teilens, also die Logik des Evangeliums sät“. Dabei seien die ersten Christen in Jerusalem ein deutliches Zeichen dieses neuen Lebensstiles gewesen, da sie in Brüderlichkeit gelebt und alles gemeinsam gehabt hätten, damit keiner Not leide.

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All dies entstamme der Eucharistie, so der Papst weiter, „dem auferstandenen Christus, der wirklich inmitten seiner Jünger gegenwärtig ist und mit der Kraft des Heiligen Geistes wirkt“. Auch in ihrer Geschichte habe die Kirche trotz aller Grenzen und menschlicher Irrtümer über die Jahrhunderte hinweg fortgefahren, in der Welt eine Kraft der Gemeinschaft zu sein.

Diesbezüglich erinnerte Benedikt XVI. an die schwierigsten Zeiten der Prüfung und an die Bedeutung der Sonntagsmesse in den Ländern totalitärer Regimes: „Wie die alten Märtyrer von Abitene sagten: Sine dominico non possumus – ohne das ‚Dominicum’, die sonntägliche Eucharistie können wir nicht leben“.

Doch die von der falschen Freiheit erzeugte Leere könne ebenso gefährlich sein, „und so ist die Gemeinschaft mit dem Leib Christi Heilmittel der Intelligenz und des Willens, um den Geschmack der Wahrheit und des Gemeinwohls wiederzufinden“.

Nach dem Angelus gedachte der Papst der Seligsprechungen, die gestern in Lübeck (Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange) und am heutigen Sonntag in Mailand (Serafino Morazzone, Clemente Vismara, Enrichetta Alfieri) gefeiert wurden.

Am „Tag der Nächstenliebe des Papstes“, der in Italien am Sonntag vor dem Hochfest Peter und Paul begangen wird, dankte der Papst allen, die mit ihrem Gebet und ihren Spenden den apostolischen Dienst der Nächstenliebe des Papstes unterstützen.


Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen heiße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher auf dem Petersplatz willkommen. Zugleich geht mein Gruß an die Gläubigen des Erzbistums Hamburg, die gestern die Seligsprechung der „Lübecker Märtyrer" gefeiert haben. Die katholischen Kapläne Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink haben mit ihrem gemeinsam getragenen Leiden im Gefängnis bis zu ihrer Hinrichtung im Jahre 1943 ein großartiges, geradezu ökumenisches Zeugnis der Menschlichkeit und der Hoffnung gegeben. Es ist beeindruckend, wie sie in ihren Kerkerzellen stets den Blick zum Himmel richteten. So schreibt Johannes Prassek: „Wie ist Gott so gut, dass er mir alle Furcht nimmt und die Freude und Sehnsucht schenkt". Lassen wir uns von ihrem Gottvertrauen anstecken und bringen wir das Evangelium der Liebe zu den Menschen unserer Zeit. Der Herr begleite euer Reden und euer Tun.











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