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Dein Angesicht, Herr, will ich suchen

8. Juni 2011 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Mit einer Wallfahrt nach Manoppello bereiteten sich Kapläne und Jugendpfarrer aus Trier auf die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 vor


Trier/Manoppello (kath.net/pm) Eine Wallfahrt in die italienische Abruzzenstadt Manoppello (Provinz Pescara, Erzbistum Chieti-Vasto) haben im Mai elf Kapläne und zwei Jugendpfarrer aus Trier zusammen mit Regens Michael Becker unternommen. Die Pilgerfahrt war eine geistliche Vorbereitung auf die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 und stand unter dem Motto „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen“.

In Manoppello wird in der Kathedrale der Kapuziner seit mehr als fünf Jahrhunderten ein Muschelseidentuch mit dem Antlitz Jesu – „Volto Santo“ - verehrt. Es gilt als das Schweißtuch der Veronica, das sich früher im alten Petersdom in Rom befand, dort aber seit dem Neubau von St. Peter (nach 1506) verschollen ist. Papst Benedikt XVI. ist am 1. September 2006 als erster Papst nach Manoppello gepilgert.

Das Tuch zeigt das Antlitz des lebenden Jesus mit offenen Augen. Es stimmt zudem in den Maßen und Proportionen auffallend mit dem Gesicht auf dem Turiner Grabtuch überein. Außerdem sind, wie auf dem Turiner Tuch, keinerlei Farbpartikel oder ähnliches auf dem Tuch von Manoppello auszumachen, so dass eine übernatürliche Entstehung dieses Bildes angenommen wird. Alte Christus-Ikonen weisen eine frappierende Ähnlichkeit mit den Gesichtszügen auf dem hauchdünnen Byssus-Gewebe von Manoppello auf.


Wie wichtig es für die Christen und insbesondere auch für die Priester sei, sich immer wieder auf die Suche nach Jesus zu begeben und Spuren des Erlösungsgeschehens in der Welt und im persönlichen Leben zu entdecken, betonte Regens Becker in seiner Predigt in der Wallfahrtskirche.

Die Frage, wer Jesus für Christen sei, regte er an mit einer Gegenfrage zu beantworten: „Wer sind wir für ihn und wie begegnen wir ihm?“ Dazu gebe es in der Bibel viele Anregungen in ganz unterschiedlichen Begegnungs- und Beziehungsgeschichten. Wer Jesus erkennen wolle, dürfe sich immer auch von ihm im Innersten erkannt fühlen; so könne er besser zur Wahrheit über sich selbst gelangen.

Bei einem Pilgergang in die Palästriner Berge, wo das für die Region Latium bekannte Marienheiligtum der „Mutter vom Guten Rat“ (Nostra Signora del Buon Consiglio) liegt, hatte die Gruppe eine wirkliche Weg-Erfahrung: Die Geistlichen hatte sich im dichten Gestrüpp eines Waldes verlaufen; so wurde der gute Rat zwischenzeitlich wirklich teuer, wie Regens Becker schmunzelnd berichtet. Schlussendlich kam die Gruppe dann aber doch sicher am Gnadenort an. Dort feierten die Männer einen Pilgergottesdienst und beteten auch um ein gutes Gelingen der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012.

Besonders freuten sich die Wallfahrer über einen Überraschungsgast am Abschlussabend der Wallfahrtstage: Bischof Stephan Ackermann hielt sich zur gleichen Zeit in Rom auf und machte bei „seinen“ Diözesanpriestern eine Stippvisite.

Am Ende der Wallfahrt zog der Regens ein positives Fazit: Die Mitbrüder seien durch die in den vier Tagen erfahrene brüderliche Gemeinschaft und den guten Austausch in ihrem gemeinsamen priesterlichen Dienst neu bestärkt und ermutigt worden. Der Wunsch, ein solches Angebot zu wiederholen, könne vielleicht schon im nächsten Jahr mit einem gemeinsamen Angebot während der Wallfahrt erfüllt werden.

Foto: (c) Paul Badde


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