30 Mai 2011, 07:47
Evangelische Ex-Pröpstin wehrt sich: Ich habe nichts vertuscht
 
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Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche kämpft mit Vertuschungsvorwürfen bei einem schweren Fall sexuellen Missbrauchs

Ahrensburg (kath.net/idea) Im Zusammenhang mit dem schwersten Fall sexuellen Missbrauchs in der Nordelbischen Kirche wehrt sich die frühere Pröpstin Heide Emse gegen Vorwürfe, sie habe den Fall vertuscht. Sie hatte 1999 von Vorfällen in der Kirchengemeinde von Ahrensburg bei Hamburg erfahren. Dort hatte sich in den siebziger und achtziger Jahren der inzwischen geständige ehemalige Pastor Gert-Dietrich Kohl (73) an 22 Kindern und Jugendlichen vergangen, darunter drei seiner fünf Stiefsöhne. Strafrechtlich sind die Vergehen verjährt.

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Der Vorsitzende der nordelbischen Kirchenleitung, Bischof Gerhard Ulrich (Schleswig), hatte am 18. Mai zwar Mängel in der Dienstaufsicht eingeräumt, doch folgte die Kirchenleitung nicht einer Empfehlung ihres Gutachters, ein Disziplinarverfahren gegen Emse einzuleiten. Diese versicherte jetzt, sie habe die Dinge keineswegs verschleiert. In der Rückschau sehe sie es lediglich als Versäumnis an, dass sie die Vorgänge nicht schriftlich festgehalten habe. Sie habe das Kirchenamt 1999 telefonisch über den Verdacht des weit vor ihrer Amtszeit vorgefallenen Kindesmissbrauchs informiert. Kohl sei daraufhin versetzt worden. Man habe ihr zu verstehen gegeben, dass es sich um eine Schreibtischtätigkeit handele. Ein Jahr später habe sie erfahren, dass er im Jugendstrafvollzug arbeite. Sie sei daraufhin beim Kirchenamt vorstellig geworden. Dann sei Kohl in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Unterdessen hat der Ahrensburger Kirchenvorstand Unverständnis über die Entscheidung der Kirchenleitung geäußert, kein Disziplinarverfahren gegen Emse einzuleiten. Dies könnte für mehr Klarheit sorgen.

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