09 Mai 2011, 11:00
Christi Gegenwart in der Eucharistie zog mich in den Glauben hinein
 
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Alaska: Drei Konvertiten berichten über ihren Weg zum katholischen Glauben, ein Halbindianer, ein Ex-Mormone und eine frühere Zeugin Jehovas. Alle drei haben vergangene Ostern die Taufe empfangen.

Anchorage (kath.net/pl) 83 Konvertiten hat die Erzdiözese von Anchorage, Alaska, beim diesjährigen Osterfest in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen bzw. getauft. Dies berichtet „Catholic Anchor“, die Diözesanzeitung der Erzdiözese, und stellt drei der Konvertiten genauer vor.

Nicholas Myhre: „Ich hatte schon immer nach Gott Ausschau gehalten“

Nicholas Myhres Mutter ist eine atheistische Lakota Sioux, welche jede organisierte Religion zurückweist und ihn gelehrt hatte, dass die katholische Kirche die Ureinwohner Amerikas zwangsbekehrt habe. Doch dann war Myhres Vater, der selbst zur katholischen Kirche gefunden hatte, schwer an Krebs erkrankt und hatte seinen Sohn gebeten, ihm gelegentlich einen Messbesuch zu ermöglichen. Während seiner ersten Messe fühlte sich Myrhe unbeholfen. „Ich hatte keine feindlichen Gefühle gegen die Kirche, aber ich wollte einfach nicht dort sein“, erinnerte er sich. Das änderte sich, als er seinen Vater das zweite Mal zur Messe begleitete: „Für einen Moment fühlte ich, dass ich am richtigen Platz war, und dass ich mehr darüber wissen sollte, was mein Vater da tat“.

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Er erinnerte sich weiter: „Ich hatte schon immer nach Gott Ausschau gehalten: ich hatte nachgedacht, gesucht, gelesen, gebetet“. Nun fing er an, Bücher zu lesen, welche den katholischen Glauben verteidigten und erklärten, außerdem beschäftigte er sich mit der frühen Kirchengeschichte. Er prüfte gründlich die volle Lehre der Kirche und scheute auch nicht vor Themen wie Fegefeuer und Marienverehrung zurück. „Doch was mich wirklich in den Glauben hineinzog, das war die Gegenwart Christi in der Eucharistie“, sagte er. „Um diesen Glaubenssprung zu machen“, musste er einsehen, dass die Tradition die Grundlage dieser Lehre war, erläuterte der junge Mann. „Dies half mir, die katholische Kirche zu verstehen und woher sie ihre Autorität bekommt.“

Myrhe durchlief daraufhin den Kurs zur Vorbereitung für erwachsene Taufbewerber und wurde gemeinsam mit seiner Frau und der jüngsten seiner Töchter an Ostern Katholik.

Jason Yonk: Der Ex-Mormone löchert seinen Priester mit Fragen

Auch Jason Yonk bat an Ostern um die Taufe. Er war in einer Familie von Mormonen aufgewachsen, welche antikatholische Meinungen vertrat. Als ihn nach der Lektüre eines Buches über eine Nahtoderfahrung Gedanken an die Hölle beschäftigen, las er auf Anregung seiner Mutter das Buch Mormon (für die Mormonen ein heiliges Buch), doch dies beantwortete seine Fragen nicht. „Ich fühlte mich weiterhin sehr verwirrt und verloren“, erinnerte er sich. Dann las er in der Bibel und tastete sich auf den Weg nach den Ursprüngen des Christentums. Seine Frau war als Katholikin in einer frommen Familie aufgewachsen, doch als ihm herausrutschte, dass er katholisch werden wolle, „war sie davon genauso überrascht wie ich selbst. Zuvor hatte ich es schwierig gefunden, zu sagen, ich gehöre zu dieser oder jener Religion. Doch plötzlich fühlte sich alles richtig an.“

Auch Yonk meldete sich zum Glaubenskurs für Erwachsene an, gemeinsam mit seiner Frau, welche noch nicht gefirmt worden war. Er hatte große Freude daran, den verantwortlichen Priester mit Fragen zu löchern. Jetzt überlegt Yonk, ob er nach seiner Pensionierung den Weg zum ständigen Diakonat einschlagen soll.

Vanessa: Von den Zeugen Jehovas zum dreifaltigen Gott

Vanessa wiederum bittet wegen familiärer Spannungen darum, dass ihr Nachname nicht veröffentlicht wird. Sie war in einer Familie von Zeugen Jehovas aufgewachsen, in welcher verletzende Kritik an der katholischen Kirche zur religiösen Standarterziehung gehörte. Beispielsweise wurde die „Hure Babylons“ aus der Apokalypse des Johannes mit der katholischen Kirche identifiziert.

Vanessa sah in ihrer Kindheit zu, wie die Zeugen Jehovas von Tür zu Tür gingen und missionierten. „Ich erinnere mich daran, wie Katholiken sagten: ‚Nein, danke. Wir sind katholisch‘. Sie wirkten sicher in ihrer Überzeugung.“

“Ich ging durch eine Phase, in der ich vom Verstand her schon wusste, dass das, was man mich (über die katholische Kirche) gelehrt hatte, falsch ist; in der ich mich aber auf der Gefühlsebene noch nicht befreit hatte“, erzählte Vanessa. Beispielsweise hatte sie „die Bibel gelesen und wusste, ich wusste es einfach ganz klar, dass Gott EIN Gott in DREI Personen ist – ich weiß ja gar nicht, wie man darüber diskutieren könnte. Doch ich hoffte noch immer darauf, jemanden zu finden, der mir das Gegenteil beweisen konnte, denn das hatte man mich gelehrt.“

Mit 20 Jahren hatte Vanessa die Zeugen Jehovas verlassen und suchte ein ganzes Lebensjahrzehnt intensiv nach Gott. Sie las viel, sie besuchte die Kirchen von Freunden und sie betete. Sie verlor die Beziehung zu ihrer eigenen Familie und baute danach wieder einen sehr vorsichtigen Kontakt zu ihren Eltern auf. Denn ihre Eltern waren von den Zeugen Jehovas angewiesen worden, sie aus der Familie auszustoßen, weil sie sich von dieser Gemeinschaft abgewendet hatte.

Foto: Nicholas Myhre wenige Momente nach seiner Taufe. © Catholic Anchor/Joel Davidson

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