28 April 2011, 11:33
Großbritannien: Katholische Adoptionsstelle verliert vor Gericht
 
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Der letzten katholischen Adoptionsvermittlungsstelle des Landes wird gerichtlich verboten, nach katholischen Prinzipien zu arbeiten.

Leeds (kath.net) Das britische Gericht, das für Angelegenheiten der Wohlfahrt in erster Instanz zuständig ist (Charity Tribunal), hat entschieden, dass die katholische Adoptionsvermittlungsstelle „Catholic Care“ Kinder auch an homosexuelle Paare als Adoptiveltern vermitteln muss. Catholic Care war die letzte katholische Adoptionsstelle, die sich dieser Auflage bisher nicht gebeugt hatte. Das meldet die britische Zeitung The Guardian.

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Catholic Care ist die Sozialeinrichtung der Diözese Leeds. Seit 1865 kümmert sich die Diözese offiziell um benachteiligte Kinder, seit 1926 ist Adoption in Großbritannien rechtlich geregelt und seit damals ist auch die Diözese in der Adoptionsvermittlung tätig. Catholic Care, die längstdienende Adoptionsstelle der Region, lebt heute von öffentlichen Mitteln und von Spenden.

Zwei Jahre lang hat Catholic Care bisher um seine Rechte gekämpft. 2007 trat unter der Labour-Regierung ein Gesetz in Kraft, das „Diskriminierung“ aufgrund sexueller Orientierung generell verbietet. „Regulation 18“ bietet aber der katholischen Kirche gewisse Ausnahmen von diesem Gesetz.

Seit 2007 haben die anderen zehn katholischen Adoptionsstellen des Landes entweder ihre Arbeit eingestellt oder ihre enge Verbindung mit der Kirche aufgegeben und ihre Regeln in diesem Punkt geändert. Im August hatte eine Regierungskommission der Einrichtung Catholic Care verboten, nach katholischen Prinzipien zu arbeiten, jetzt tat es auch das Wohlfahrtgericht.

Der Bischof von Leeds, Arthur Roche, ist von dem Gerichtsentscheid enttäuscht. Die Leidtragenden seien die Kinder. „Es ist ein wichtiges Prinzip, dass die Stelle in der Lage sein muss, potentielle Adoptiveltern gemäß den Grundsätzen des katholischen Glaubens vorzubereiten.”

Bischof Roche hatte dem Gericht auch gesagt, dass die Stelle Spendeneinbußen erleiden würde, wenn sie an Homosexuelle vermitteln würde. Das Gericht akzeptierte dieses Argument nicht und meinte, dass Katholiken auch an solche Organisationen spenden. Hingegen sagte das Gericht, Catholic Care habe sich keine Gedanken gemacht, wie es „alternative finanzielle Unterstützer anziehen könnte, wenn es nicht diskriminieren würde“.

Das Gericht erkannte zwar an, dass die Schließung der Adoptionsstelle “ein Verlust für die Gesellschaft” wäre. Jedoch habe es diesen Schaden abgewogen gegen „den Schaden für gleichgeschlechtliche Paare und den Schaden für die Gesellschaft im allgemeinen, wenn diese Diskriminierung erlaubt würde“. Über das weitere Vorgehen von Catholic Care ist noch nichts bekannt.









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