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27 April 2011, 10:13
Henckel von Donnersmarck: Die Ehe wird schwerst diskriminiert

Altabt von Heiligenkreuz: „Der Europäer, wie wir ihn kennen, hat sich quasi in einen Suizid gestürzt“.

Heiligenkreuz (kath.net) Der Zisterzienserpater Gregor Graf Henckel von Donnersmarck befürchtet, dass ganz Europa im Begriff sei, sich abzuschaffen und es in zweihundert Jahren keine Europäer „in unserem Sinne“ mehr geben könne. „Der Europäer, wie wir ihn kennen, hat sich quasi in einen Suizid gestürzt und zwar in Gestalt der Destabilisierung von Ehe und Familie, Verhütung, Tötung ungeborener Menschen und der Gleichberechtigung von nicht auf Fortpflanzung angelegter Lebensgemeinschaften“, sagt er im Interview mit der Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

„Diskriminierung bedeutet nicht nur, dass man Gleiches ungleich stellt, sondern ebenso, dass man Ungleiches gleich stellt“, so Henckel von Donnersmarck.

Fakt sei, dass die Ehe schwerst diskriminiert werde, wenn man ihr Lebensgemeinschaften, die nicht ihrem Charakter entsprächen, ähnlich oder gleich mache, so der Abt weiter.

Er kritisiert, dass die meisten Europäer Freiheit und Wohlstand als Endpunkt der Entwicklung betrachteten und glaubt, dass daraus eine Unlust an der Zukunft resultiere: „Früher oder später wird das Erwachen kommen und die Erkenntnis, dass es nicht die Kirche ist, die am Abgrund steht, sondern wir selbst.“

Einen Ausweg aus dem säkularisierten, diktatorischen Relativismus, der sich in Europa breitmache und den er als die eigentliche Gefahr unserer Zeit identifiziert, sehe er in naher Zukunft nicht, so Henckel von Donnersmarck. Hoffnung mache aber, dass das Christentum weltweit im Aufschwung begriffen sei.

Gregor Graf Henckel von Donnersmarck ist ehemaliger Abt der Zisterzienserstifts Heiligenkreuz bei Wien und Onkel des bekannten Filmregisseurs Florian Henckel von Donnersmarck. Der Zisterzienserpater veröffentlichte etliche Bücher, zuletzt 2010 Ora @ labora. Über Gott und die Welt und das Paradies auf Erden, erschienen im Residenz-Verlag.