18 April 2011, 18:50
Zurückgetretener belgischer Skandal-Bischof bedauert Fernsehinterview
 
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Französische Ordensgemeinschaft: Sollte das Aufsehen anhalten, muss der Ex-Bischof seine Unterkunft wechseln

Brüssel (kath.net/KAP) Der wegen Kindesmissbrauchs zurückgetretene belgische Bischof Roger Vangheluwe bedauert angeblich sein vielfach als skandalös empfundenes Fernsehinterview. Er habe sich für den daraus entstandenen Medienrummel entschuldigt, sagte die Obere der Ordensgemeinschaft in Frankreich, wo sich Vangheluwe aufhält, am Wochenende im flämischen Fernsehsender VRT. Sollte das Aufsehen anhalten, müsse der Ex-Bischof seine Unterkunft wechseln, so die Obere der "Monastischen Gemeinschaft von Jerusalem" im zentralfranzösischen La Ferte-Imbault. Man habe mit seiner Aufnahme einer Bitte der Vatikanbotschaft entsprochen.

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Das am Donnerstag vom flämischen Sender VT4 ausgestrahlte Interview hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Vangheluwe wird vorgeworfen, er begreife noch immer nicht die Schwere seiner Taten und lasse Reue vermissen. In dem Gespräch hatte der Bischof den Missbrauch eines anfangs fünf Jahre alten Neffen zwischen 1973 und 1986 sowie den Missbrauch eines zweiten Neffen eingeräumt. Die belgischen Bischöfe distanzierten sich ausdrücklich von Vangheluwe. Der Vatikan erklärte, der Heilige Stuhl sei sich der Schwere des Vorgangs bewusst und verfolge die Angelegenheit weiter.

In Belgien wurden abermals Forderungen nach einer Abschaffung des Beichtgeheimnisses erhoben. Vangheluwe hatte in dem Interview eingeräumt, seine Taten regelmäßig gebeichtet zu haben. Justizsprecher teilten mit, sie wollten aber keine Versuche unternehmen, den Beichtvater des früheren Bischofs ausfindig zu machen.

Mit seinem Missbrauchs-Geständnis und seinem Rücktritt hatte der Bischof die katholische Kirche in Belgien Ende April 2010 in eine tiefe Krise gestürzt. Eine Parlamentarische Untersuchungskommission legte kürzlich Empfehlungen zu Verjährungsfristen, Schadenersatz und Präventionsmaßnahmen vor.

Vor einer Woche hatte der Vatikan bekanntgegeben, dass Vangheluwe Belgien verlassen und sich einer psychologischen und spirituellen Betreuung unterziehen müsse. Das kritisierten Opfer als zu milde Strafe. Vatikansprecher Federico Lombardi präzisierte später, weitere Kirchenstrafen gegen ihn seien möglich.

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
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